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	<title>Karl Feldmeyer &#187; Allgemein</title>
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	<pubDate>Fri, 26 Mar 2010 11:40:58 +0000</pubDate>
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		<title>Der Euro und wir</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Mar 2010 11:36:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Griechenland ist nicht nur ein  Finanzdesaster. Es ist auch ein  Lehrstück,  dem wir wichtigste  Erkenntnisse entnehmen können: Erstens  über die Glaubwürdigkeit unserer  politischen Klasse; zweitens darüber,  wie diejenigen, die wir gewählt  haben, mit unseren Interessen umgehen.
Als mit dem Vertrag von  Maastricht die Grundlage für den Euro geschaffen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Griechenland ist nicht nur ein  Finanzdesaster. Es ist auch ein  Lehrstück,  dem wir wichtigste  Erkenntnisse entnehmen können: Erstens  über die Glaubwürdigkeit unserer  politischen Klasse; zweitens darüber,  wie diejenigen, die wir gewählt  haben, mit unseren Interessen umgehen.</p>
<p>Als mit dem Vertrag von  Maastricht die Grundlage für den Euro geschaffen wurde, stand ein  Prinzip an aller erster Stelle: Seine Stabilität. Der Euro, so  versicherten Kohl und Co., werde härter als  die D-Mark sein. Diese  Versicherung war wichtig, denn anders als die Parteien, wollte die  übergroße Mehrheit der Deutschen an der D-Mark festhalten. Sie war ihnen  Symbol ihrer überlegenen Leistungskraft und  ein Grund, stolz zu sein.<br />
Um  den Euro dauerhaft zu einer &#8220;harten&#8221; Währung zu machen, mussten sich  die Mitgliedsländer, auf eine Politik der Geldwertstabilität festlegen.  Dazu gehörte insbesondere die Verpflichtung, ihre jährliche  Neuverschuldung  unter drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu halten  und ihre Gesamtverschuldung unter 60 Prozent ihres Bruttoinlandprodukts.<br />
Darauf  schworen alle tausend Eide. Es waren Meineide. Fast alle Euro-Staaten –  auch Deutschland – haben diese Verschuldungsgrenzen längst  überschritten. Ihre Versprechen haben die Politiker gebrochen und das  würde sogar ignoriert, wenn  nicht &#8220;Griechenland&#8221; passiert wäre. Seine  Verschuldung ist so maßlos, dass die Finanzwelt Zweifel an seiner  Kreditwürdigkeit hat. Der Maastrichter Vertrag verbietet zwar  ausdrücklich, dass ein Euro-Staat für die Schulden eines anderen  aufkommen darf. Das heißt, Griechenland müsste, wenn es zahlungsunfähig  wird, aus dem Euro ausscheiden. Das zu verhindern ist den Politikern  aber wichtiger als die Einhaltung ihrer Versprechen und   des  Maastrichter Vertrags. Sie überlegen deshalb, wie sie –vertragwidrig-  mit dem Geld ihrer Steuerzahler nicht nur die Griechen  in der  Euro-Gemeinschaft halten können, sondern auch alle anderen  überschuldeten Euro-Länder. Italien, Spanien, Portugal und Irland stehen  schon auf der Kandidatenliste. Um Vorsorge für sie zu treffen, will die  Bundesregierung einen Europäischen Währungsfonds gründen, der  zuförderst mit deutschen Geld ausgestattet würde. Er wäre aber nur ein  Schritt hin zu einer europäischen Wirtschaftsregierung, die Zugriff auf  die deutschen Steuergelder hätte. Die Folge wäre ein Abbau unseres  Lebensstandards zugunsten derer, an die unser Geld verteilt würde.<br />
Das  weiß die politische Klasse genau. Trotzdem verfolg sie diese Politik.  Sie ist  nicht nur ein Wort- und Vertragsbruch. Sie ist ein Skandal, der  zeigt, dass für sie &#8220;Europa&#8221; Vorrang vor den  Interessen derer hat, die  sie gewählt haben.</p>
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		<title>Leipzig 1989:    Wie  aus Unterdrückten Helden wurden</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Oct 2009 13:04:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Heldentum – dieser Begriff ist aus unserem Sprachgebrauch so gut wie verschwunden. Viele empfinden den Begriff als geschwollen und als peinlich. Und doch gibt es das: Heldentum. Aber was sind Helden? - Helden sind Menschen, die ihre Angst überwinden und sich für eine gute Sache, für Gerechtigkeit, Freiheit und Menschenwürde in Gefahr  begeben, ja bereit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heldentum – dieser Begriff ist aus unserem Sprachgebrauch so gut wie verschwunden. Viele empfinden den Begriff als geschwollen und als peinlich. Und doch gibt es das: Heldentum. Aber was sind Helden? - Helden sind Menschen, die ihre Angst überwinden und sich für eine gute Sache, für Gerechtigkeit, Freiheit und Menschenwürde in Gefahr  begeben, ja bereit sind, sie auf sich zu ziehen, sich also absichtlich in Gefahr begeben.<span id="more-149"></span><br />
Ein eindrucksvolles Beispiel für Heldenmut boten die 70 000 Leipziger, die vor genau zwanzig Jahren – es war ein Montag – wieder auf die Straßen ihrer Stadt zogen, um gegen die rote Diktatur der SED und ihres Generalsekretärs Erich Honecker zu demonstrieren, so wie sie es eine Woche zuvor auch schon getan hatten. Zu Demonstrationen gegen den SED-Staat gehörte in der DDR immer Mut. Die Leipziger, die am 9. Oktober abermals auf die Strassen gingen, benötigten aber ein ganzes besonders großes Quantum Mut, mehr als die Demonstranten vorangegangener Demonstrationen. Sie hatten bereits eine Woche zuvor die Brutalität der &#8220;Staatsorgane&#8221;, der Volkspolizei, vor allem aber der Angehörigen des Staatssicherheitsdienstes, am eigenen Leib erfahren und fürchten gelernt. Dieses Mal, darüber waren sie sich im klaren, mussten sie damit rechnen, dass auf sie geschossen würde. Wer demonstrierte wusste am 9. Oktober 1989, welches Risiko er einging. Das macht die Größe des Mutes und der Entschlossenheit aus, die damals 70 000 Leipziger aufbrachten. Was das heißt, kann nur der ermessen, der sich selbst einmal in einer vergleichbaren Situationen befunden hat.<br />
Der Mehrzahl der Deutschen, die das Glück hatten, in der Bundesrepublik und nicht in der DDR heranzuwachsen, sind solche Erfahrungen  fremd. Vielleicht ist dies der wichtigste Grund dafür, weshalb die meisten von ihnen unfähig geblieben sind, mit den Demonstranten mitzuempfinden, sich in ihre Lage zu versetzen und ihr Handeln so zu würdigen, wie es denen gebührt, die zuerst &#8220;Wir sind das Volk&#8221; und dann &#8220;Wir sind ein Volk&#8221; skandierten und so den Sturz der Mauer und das Ende der SED-Diktatur erzwangen.</p>
<p>Die Westdeutschen und die Bundesregierung haben getan, was sie konnten: Sie gaben das Geld, das nötig war, um Städte und Dörfer, die vom Zerfall gekennzeichnet waren, neu erstehen zu lassen. Mit Investitionshilfen haben sie den Aufbau neuer Industrien ermöglicht. Auf 1,6 Billionen Euro – das sind eintausendsechshundert Milliarden Euro – beläuft sich der Gesamtbetrag, den die wieder vereinten Deutschen  seit 1990 für die Beseitigung der materiellen Schäden von Sozialismus und Diktatur aufgewandt haben. Dass davon der Löwenanteil aus der alten Bundesrepublik kam, liegt in der Natur der Sache. Das ist eine stolze Leistung. Gerade deshalb wird aber auch deutlich, was wir uns zur Vollendung der Einheit schuldig geblieben sind: Ein gemeinsames starkes erneuertes Nationalgefühl, das auf dem beruht, wozu die Deutschen in der damaligen DDR den Löwenanteil beigetragen haben: ein vereintes Deutschland das auf den Prinzipien des Rechtsstaats und der Demokratie fußt und  das ohne Blutvergießen entstanden ist. Wenn bis heute zwischen West und Ost in Deutschland dennoch ein Rest mentaler Fremdheit geblieben ist, dann liegt dies vor allem daran, dass wir uns nicht die Freiheit nahmen, uns zu  diesem Gefühl zu bekennen und es zu leben. Gewiss, auch die in vierzig Jahren gewachsenen unterschiedlichen Prägungen spielen dafür eine Rolle. Sie aber werden sich erledigen, denn seit 1989 haben wir einen wichtigen Verbündeten: die Zeit.</p>
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		<title>Die gefährdete Achse</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Jul 2009 09:06:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Gut eine Woche lang hat das vorzeitige Ende der Großen Koalition in Schleswig-Holstein einen Spitzenplatz in den Nachrichten eingenommen. Nun, da der Landtag dem Wunsch  von Ministerpräsident Carstensen entsprochen, und  den Weg zu Neuwahlen  am 27. September zusammen mit der  Bundestagswahl freigegeben hat, dürfte sich das allgemeine Interesse schnell anderen Themen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gut eine Woche lang hat das vorzeitige Ende der Großen Koalition in Schleswig-Holstein einen Spitzenplatz in den Nachrichten eingenommen. Nun, da der Landtag dem Wunsch  von Ministerpräsident Carstensen entsprochen, und  den Weg zu Neuwahlen  am 27. September zusammen mit der  Bundestagswahl freigegeben hat, dürfte sich das allgemeine Interesse schnell anderen Themen zuwenden.<span id="more-143"></span></p>
<p> Ein Thema bleibt allerdings bis auf weiteres erhalten: Die Frage nach dem mutmaßlichen Abschneiden der Parteien im allgemeinen und dem der SPD im besonderen. Spekulationen und Befürchtungen gelten vor allem ihr. Kann sie ihren Stimmenanteil halten, oder wird er wie bei den vorangegangen Landtagswahlen weiter abschmelzen? Bei der letzten Landtagswahl waren von den mehr als 43 Prozent, mit denen sie Mitte der 90er Jahre das Land regieren konnte, noch gut 38 Prozentpunkte geblieben. Sollten sich die jüngsten Umfragen, in denen der SPD in Schleswig Holstein  gerade noch 24 Prozent zugebilligt werden, am 27. September bestätigen, dann wäre dies für sie  mehr als eine verlorene Wahl. Es wäre für absehbare Zeit der Verlust der Fähigkeit, das kleine Land zu regieren. Dieser Entwicklung sieht sich die SPD seit mehr als einem Jahrzehnt in immer mehr Ländern ausgesetzt. So hat die SPD seit 1994, also in den letzten 15 Jahren, in Niedersachsen 14 Prozentpunkte verloren, im Saarland gar 19, in Thüringen 15 und in Bayern zwölf. Im sächsischen Landtag ist ihr Anteil auf unter zehn Prozent gesunken und selbst in Brandenburg, wo sie regiert, ist sie von 54 auf 31,9 Prozent geschrumpft. Einzig in Rheinland-Pfalz, das zu Becks Hausmacht geworden ist, hat sie mit sechs Prozent deutlich hinzugewonnen und kann unangefochten regieren.</p>
<p> Wer glaubt, der CDU könne diese Entwicklung nur recht sein, irrt sich gewaltig. In diesen Zahlen spiegelt sich ein Niedergang der  SPD wider, der auf Dauer ihr Selbstverständnis  als Volkspartei  bedroht. Derzeit kann davon, zumindest auf Bundesebene, noch keine Rede sein. Davor haben Politiker wie Müntefering, Struck, Steinmeier und Steinbrück die SPD bislang bewahrt. Verschwänden sie aus ihrer Führungsriege, könnte sich die Frage freilich neu stellen.</p>
<p> Das aber würde nicht nur die SPD verändern, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit auch die CDU. Beide Parteien sind in Inhalt wie Verhalten aufeinander abgestimmt wie die Widerlager einer Brücke. Sie funktionieren als politische Rivalen ebenso wie als Koalitionspartner. Entfiele die eine Partei, so wäre die andere ihr Opfer, denn gemeinsam bilden sie die politische Achse dieses Landes. Kein Zweifel: Beide wollen sie erhalten. Die Entscheidung darüber aber treffen die Wähler.</p>
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		<title>Karlsruhe stärkt die Rolle des Parlaments</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 21:05:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Bundesverfassungsgericht hat zwar den Vertrag von Lissabon als verfassungsgemäß bestätigt, nicht aber das Gesetz, durch das die in Brüssel gefassten Beschlüsse künftig in deutsches Recht umgesetzt werden sollen; das sogenannte Begeitgesetz.
In ihm wird festgelegt, in wie weit Bundestag und Bundesrat eingeschaltet werden müssen, wenn  die EU – so wie es der Lissabonner Vertrag gestattet- [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="nachrichtPageText">Das Bundesverfassungsgericht hat zwar den Vertrag von Lissabon als verfassungsgemäß bestätigt, nicht aber das Gesetz, durch das die in Brüssel gefassten Beschlüsse künftig in deutsches Recht umgesetzt werden sollen; das sogenannte Begeitgesetz.<span id="more-134"></span></p>
<p>In ihm wird festgelegt, in wie weit Bundestag und Bundesrat eingeschaltet werden müssen, wenn  die EU – so wie es der Lissabonner Vertrag gestattet- Kompetenzen an sich ziehen will, die bisher bei den Mitgliedsaaten liegen. Das von der Bundesregierung gewollte und durchgesetzte Begleitgesetz wollte die  Mitwirkungsmöglichkeiten des Bundestags wie des Bundesrats möglichst eng begrenzt halten. Dem hat das Bundesverfassungsgericht nun einen Riegel vorgeschoben.</p>
<p>Immer dann, wenn die EU ihre Kompetenzen ausweiten will, benötigt sie nach dem Urteil von Karlsruhe nun die ausdrückliche Zustimmung von Bundestag und Bundesrat. Das ist vor allem in  Bereichen wie der Verteidigung, des Strafrechts, der Polizei , der Wirtschaft und der Steuern und Finanzen der Fall. In all diesen Bereichen kann der  EU-Ministerrat (in ihm sitzen die Regierungsvertreter der 27 Mitgliedstaaten)  nach dem Lissabonner Vertrag künftig mit Mehrheit entscheiden; während bisher Einstimmigkeit nötig war. Durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes  muß nunmehr das Parlament seine Einwilligung in Form eines Gesetzes geben, damit die Bundesregierung im EU-Rat zustimmen darf, wenn es darum geht, in einem Politikbereich vom Einstimmigkeits- auf das Mehrheitsprinzip überzugehen.</p>
<p>Die nun hergestellte Bindung an das Parlament gewährleistet unter anderem, dass  die Bundeswehr  auch künftig nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Bundestags in einen Auslands-Einsatz geschickt werden kann, gleichgültig was die EU dazu sagt.Unt ebenso hat das Bundesverfassungsgereicht in seinem Urteil hervorgehoben, dass es sich durch den Lissabonner Vertrag nicht mediatisieren lässt. Es beansprucht für sich  auch künftig das Recht, europäische Rechtsakte – also die des Europäischen Gerichtshofes- zu überprüfen und notfalls  zu verwerden ; das heißt für Deutschland  die letzte Instanz in Fragen der Rechtssprechung zu sein.</p>
<p>Das sind wichtige Klarstellungen, die die Bundesregierung nicht wollte, weil ihr Interesse allein dem Ausbau der EU gilt. Alles, was ihn behindern könnte lehnt sie ab. In den Beratungen um den Lissabonner Vertrag bekamen dies die Abgeordneten in den Koalitionsfraktionen bitter zu spüren, die genau jene Beteiligung des Parlaments an den Brüsseler Entscheidungen durchsetzen wollten, die nun das Bundesverfassungsgericht  verfügt hat.Sie hatten in der Bundeskanzlerin eine kompromisslose Gegnerin. Deshalb ist die Karlsruher Entscheidung tatsächlich eine herbe Niederlage von Angela Merkel – auch  wenn dies nach außen hin nicht sichtbar werden sollte.<br />
Kern dieser Entscheidung ist das Festhalten des Verfassungsgericht an der Souveränität der EU-Mitglieder  und damit auch Deutschlands – während es die EU nur  als ein staatsähnliches Gebilde,  nicht aber als Bundesstaat definiert. Genau hier liegt der künftige Konflikt. Die Europaenthusiasten – und dazu zählt die gesamte politische Klasse der Bundesrepublik – wollen den europäischen Bundesstaat – auch wenn sie zögern dies offen zu bekennen, weil sie wissen, dass  sie damit unter den Wählern auf Widerspruch stoßen.</p>
<p>Karlsruhe hat mit seinem Urteil aber eines klar gemacht. Wer den europäischen Bundesstaat will, der muss dafür – zumindest in Deutschland – die Zustimmung des Volkes einholen, also das Volk darüber abstimmen lassen, ob es seine Eigenstaatlichkeit zugunsten einer EU-Staatlichkeit abzugeben bereit ist. Und das scheuen sie wie der Teufel das Weihwasser.</p>
<p></span></p>
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		<title>Steinbrück und die Öffentlichkeit</title>
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		<pubDate>Wed, 13 May 2009 14:20:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Sechzig Jahre lang haben sich die deutschen  Politiker bemüht, die Welt davon zu überzeugen, dass das Bild des hässlichen Deutschen, der durch Taktlosigkeit auffällt und notfalls mit Gewalt droht, der Vergangenheit angehört. Dann kam Herr Steinbrück und zertrümmerte das bislang sorgsam behütete politische Porzellan. Seit Oktober wütet er gegen unsere kleinen Nachbarn, in denen reiche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sechzig Jahre lang haben sich die deutschen  Politiker bemüht, die Welt davon zu überzeugen, dass das Bild des hässlichen Deutschen, der durch Taktlosigkeit auffällt und notfalls mit Gewalt droht, der Vergangenheit angehört. Dann kam Herr Steinbrück und zertrümmerte das bislang sorgsam behütete politische Porzellan. Seit Oktober wütet er gegen unsere kleinen Nachbarn, in denen reiche Deutsche ihr Geld verbergen, wie der Schweiz, Luxemburg, Belgien, Lichtenstein und Österreich. Zunächst drohte er ihnen mit &#8220;Zuckerbrot und Peitsche&#8221;.<span id="more-131"></span> Inzwischen empfiehlt er, sie mit Gewaltandrohung einzuschüchtern, so wie es die Amerikaner mit ihrer Kavallerie gegenüber den Indianern getan hätten. Und als reiche dies nicht,  verhöhnt er sie – und den afrikanischen Kleinstaat Burkina Faso -  in dem er sie zusammen mit dessen Hauptstadt Ouagadougou  auflistet. Und der SPD-Vorsitzende Müntefering sekundierte ihm mit dem Kommentar &#8220;früher hätte man dort Soldaten hingeschickt&#8221;. Skandalöser können sich deutsche Politiker nicht äußern.</p>
<p>Aber nicht nur dieser Skandal ist neu in der deutschen  Nachkriegsgeschichte. Neu ist auch, dass sich hierüber in Deutschland kein Entrüstungssturm mehr erhebt.  Unter Bundeskanzler Kohl hätten derartige Äußerungen einen ;Minister sein Amt gekostet. Frau Merkel denkt nicht daran so zu handeln und eine Welle öffentlicher Empörung braucht sie deswegen auch nicht zu befürchten. In Deutschland hat sich offenkundig etwas wichtiges verändert: Das politische  Problembewusstsein. Die  Sensibilität der Öffentlichkeit – auch die der Journalisten – hat abgenommen. Wir nehmen  Warnsignale aus den  Nachbarländern kaum noch wahr ; vor allem wir reagieren kaum noch auf sie. Oder hat es etwa ein Echo darauf gegeben, dass das Parlament von Luxemburg erstmals seit Kriegsende einstimmig eine Protestnote an die Bundesregierung  verabschiedet hat; dass Luxemburgs Regierungschef Juncker  vom einer massiven Störung und von neu entzündeten &#8220;Flächenbränden&#8221; gesprochen und hinzugefügt hat &#8220;wir waren schon mal besetzt, wir haben unter deutscher Besatzung gelitten. Die Deutschen haben kein Recht so über die Luxemburger zu reden&#8221;?  Der Schweizer Nationalratsabgeordneten  Müller sagte der Bild-Zeitung,  Steinbrücks Verhalten erinnere ihn an das der Gestapo. &#8220;Es ist sein ganzes Auftreten, kompromisslos, rücksichtslos und überheblich&#8221;. Gewiss, der  FDP-Vorsitzende Westerwelle und sein CSU-Kollege Seehofer haben  das Verhalten Steinbrücks und die Untätigkeit Merkels verurteilt. Zu dem fälligen Sturm der Entrüstung aber ist es nicht gekommen. Und das ist das bedenklichste an der ganzen Affäre.</p>
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		<title>Merkel und das Ende der CDU</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Mar 2009 11:21:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Umfrageergebnisse von 32 Prozent für CDU und CSU gemeinsam – für die CDU ohne die CSU wären es  deutlich weniger – haben zustande gebracht, was viele in der CDU schon nicht mehr erwartet haben: Öffentliche Kritik an der Vorsitzenden Merkel aus den eigenen Reihen. Erstaunlich ist diese Kritik für Insider nicht deshalb, weil die Union [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Umfrageergebnisse von 32 Prozent für CDU und CSU gemeinsam – für die CDU ohne die CSU wären es  deutlich weniger – haben zustande gebracht, was viele in der CDU schon nicht mehr erwartet haben: Öffentliche Kritik an der Vorsitzenden Merkel aus den eigenen Reihen. Erstaunlich ist diese Kritik für Insider nicht deshalb, weil die Union mit ihrer Kanzlerin und Vorsitzenden bislang  so zufrieden gewesen wäre, dass sie keinen Anlass für Kritik gesehen hätte, sondern weil seit langem  Achselzucken und Resignation in ihren Reihen vorherrschten.<br />
Nun hat der Schock der Umfragezahlen  bewirkt, dass sich zumindest Stimmen aus dem zweiten oder dritten Glied der Union zu Wort melden; der CSU-Europapolitiker Ferber, der CDU-Vorsitzende von Bremen und -  nicht zu vergessen – der baden-württembergische Ministerpräsident Öttinger.<span id="more-123"></span></p>
<p>Merkel solle &#8220;die CDU-Uniform&#8221; anlegen, also CDU-Profil zeigen, lautet die Forderung. Wer so spricht,  geht davon aus, dass es noch eine &#8220;CDU-Uniform&#8221; – also ein CDU-Profil – gibt. Das aber ist nichts als ein frommer Wunsch. Der CDU ist der politische Inhalt, der sie einst von anderen unterschied, zum größten Teil  abhanden gekommen.</p>
<p> Dieser Prozess begann schon, als Merkel noch in der DDR Physik studierte, in den 80er Jahren. Noch bevor ihr Vorgänger Kohl sein nie eingehaltenes Versprechen abgegeben hatte, die &#8220;geistig moralische Wende&#8221; in der Bundesrepublik vollziehen zu wollen, hatte sein Generalsekretär Geißler die Weichen umgestellt und den Kurs der CDU geändert. Statt der bisher dominierenden &#8220;harten Themen&#8221;, mit denen die CDU bis dahin um die politische wie geistige Führungsrolle in der Bundesrepublik kämpfte, werde die Partei sich künftig &#8220;weichen Themen&#8221; zuwenden, verkündete Geissler damals. Hinter diesem Begriff stand sein Entschluss, die Auseinandersetzung um die geistige Führung - die Geißler  &#8220;Kampf um die Lufthoheit über den Stammtischen&#8221;  nannte - aufzugeben und sich weniger konfliktträchtigen Themen - beispielsweise der Sozialpolitik -  stärker zuzuwenden. Die Folgen dieser Weichenstellung wirken bis heute. Seither ist der Anspruch der intellektuell links Stehenden, darüber zu befinden, was in der Bundesrepublik politisch, kulturell und ethisch als Fortschrittlich zu gelten hat und zu unterstützen ist, unbestritten.</p>
<p>Damals begann, was sich heute in seinen letzten Konsequenzen erkennen lässt: Die CDU kämpft zwar noch um Mehrheiten, aber nicht mehr darum, das geistige Koordinatensystem zu prägen, an dem Ethik und Politik in Deutschland beurteilt werden und nach dem sie ihr Tun und Lassen selbst auszurichten hätte. Ihre Selbstbeschränkung darauf, Mehrheiten für sich zu gewinnen, stößt deshalb auf ein von ihr selbst geschaffenes Problem: Sie kann  den Wahlbürger allenfalls noch mit praktischen Argumenten für sich zu gewinnen versuchen, wie mehr oder  weniger Steuern, mehr oder weniger Umverteilung und Sozialleistung und ähnliches. Bei allem, was darüber hinausreicht, muss sie passen. Werte und Ideale, die sie von den anderen Parteien des Bundestags – die Partei &#8220;Die Linke&#8221; allenfalls partiell ausgenommen – unterscheiden, hat sie nicht mehr. Und wo sie solche für sich in Anspruch nimmt, fehlt ihr Glaubwürdigkeit.</p>
<p> Merkel hat diese Situation nicht geschaffen, sondern vorgefunden. Was sie von ihren Vorgängern unterscheidet ist die Unbedingtheit, mit der sie daraus ihre Konsequenzen zieht. Als Merkel 2005 durch vorgezogene Neuwahlen erstmals die Chance erhielt, Bundeskanzlerin zu werden, warb sie mit einem deutlich marktwirtschaftlich geprägten Profil um Wähler. Das hätte sie um Haaresbreite – genau um ein Prozent – die Kanzlerschaft gekostet, weil sie damit nicht überzeugte<br />
.<br />
 Daraus zog Merkel die Konsequenz, sich als Kanzlerin von den im Wahlkampf vertretenen marktwirtschaftlichen Positionen zu entfernen und einen  Kurs zu steuern, der allein auf das Ziel ausgerichtet war,  ein vorzeitiges Ende ihrer Regierung zu verhindern, um so noch einmal die Chance  zu erhalten Bundeskanzlerin werden zu können. Damit wurde jede Sachfrage zweitrangig. Dazu musste sie die SPD ebenso wie ihre eigene Partei und Fraktion bei der Stange halten. Ersteres erleichterte ihr die Tatsache, dass die Umfragewerte der SPD seit 2005 so schlecht waren, dass sich für sie jeder Gedanke an eine vorzeitige Neuwahl ausschloss.  Die Kontrolle über die eigene Partei und über die Fraktion konnte  Merkel vor allem deshalb behalten, weil  niemand da war, der eine Alternative zu ihr hätte bieten können. Aus der Fraktion  zog sich der einzige Mann zurück, der dafür in Frage hätte kommen können: Friedrich Merz. In der CDU aber fiel ihr gefährlichster potentieller Konkurrent, der hessische Ministerpräsident Koch durch eine schwere Wahlniederlage aus. Die zweite denkbare Alternative zu ihr, Niedersachsens Ministerpräsident Wulff, meldete sich aus eigenem Entschluss aus dem Kreis derer ab, die das Kanzleramt anstreben.</p>
<p> So ging Merkels Rechnung auf. Der nächste Wahltermin, der 27, September, liegt zum Greifen nahe. Dass  nun, kurz vor dem Ziel doch noch Risiken entstanden sind, ergibt sich aus dem Erfolg ihrer Regierungstaktik, zu der neben der Unterordnung jeder Sachfrage unter den Aspekt der Machtsicherung auch das  Bemühen  gehört, Stimmen im linken Lager zu gewinnen. Dass Merkel konservativ geprägte und national eingestellte Wähler ignoriert, hat die CDU längst ebenso  hingenommen, wie den Widerruf ihres  marktwirtschaftlichen Credos. Sie musste auch hinnehmen, dass Merkel mit der Grundüberzeugung der CDU, die Politik habe vor der Familie halt zu machen, ebenso gebrochen und mit ihrem  Bild von dem, was Familie ist oder zumindest sein soll. Ihre wirtschaftspolitisch engagierte Klientel muss hinnehmen, dass die Enteignung von Banken und die Verstaatlichung von Unternehmen von Merkel in das Instrumentarium ihres Regierens aufgenommen wurden. Die Vertriebenen mussten im Fall ihrer Vorsitzenden Steinbach  erfahren, was sich die CDU-Vorsitzende unter  Solidarität vorstellt und die Katholiken in der CDU mussten zusehen, wie ihre Kanzlerin und Parteivorsitzende den Papst  vor aller Öffentlichkeit rüffelte.</p>
<p> Nun stellt sich an Frau Merkel nur noch die Frage, ob sie  bei der Brüskierung ihrer Partei noch eine ihrer Gruppierungen  übersehen hat. Die CDU aber steht vor der Frage, ob und wie sie darauf reagieren will (und kann), dass sie zu einer  inhaltsbeliebigen Wahlplattform für jeden degradiert worden ist, dem eine Erfolgschance zugebilligt wird.</p>
<p>Nach allem, was wir vermuten müssen, ist diese Entscheidung  schon gefallen. Andernfalls wird es interessant um die CDU.</p>
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		<title>Obamas neue Ostpolitik findet Gefallen</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Mar 2009 11:15:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachrichten sind in diesen Tagen in aller Regel schlechte Nachrichten, gleichgültig ob sie von der Börse, von Opel oder von den beschämenden Vorgängen um Frau Steinbach handeln. Sie überdecken fast alles, was sich sonst noch ereignet. Selbst die rasch voranschreitende Annäherung zwischen Moskau und Washington ist von der breiten Öffentlichkeit bisher kaum wahrgenommen worden.
Das gilt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachrichten sind in diesen Tagen in aller Regel schlechte Nachrichten, gleichgültig ob sie von der Börse, von Opel oder von den beschämenden Vorgängen um Frau Steinbach handeln. Sie überdecken fast alles, was sich sonst noch ereignet. Selbst die rasch voranschreitende Annäherung zwischen Moskau und Washington ist von der breiten Öffentlichkeit bisher kaum wahrgenommen worden.<br />
Das gilt nicht nur für den von Präsident Obama bereits Anfang Februar gemachten und von Moskau sogleich begrüßten Vorschlag, die Atomwaffenvorräte beider Seiten um 80 Prozent auf je eintausend Sprengköpfe abzubauen. Das gilt auch für den Konflikt um das von Amerika geplante Raketenabwehrsystem. Obamas Vorgänger Bush hatte bereits mit Polen und der Tschechien den Bau einer Raketenbatterie und einer Radarstation in beiden Ländern vereinbart und alle russischen Vorschläge, gemeinsam ein Abwehrsystem gegen eine künftige Bedrohung aus dem Iran aufzubauen, abgelehnt. Das bewertete Russland als Bedrohung und reagierte mit der Ankündigung seinerseits Kurzstreckenraketen gegen die amerikanischen Stellungen aufzubauen. Das wäre für uns in Europa auf einen Neubeginn des Kalten Krieges hinausgelaufen.<span id="more-118"></span></p>
<p>Wie inzwischen bekannt geworden ist, hat Obama bereits Anfang Februar Präsident Medwedijew angeboten, auf den Bau dieses Abwehrsystems zu verzichten, falls Moskau bereit sei, ihn in seinen Bemühungen voll zu unterstützen, den Bau einer iranischen Atombombe zu verhindern. Medwedijews Antwort bestand in der Forderung, Obama solle konkrete Vorschläge machen, über die man verhandeln könne.<br />
Obamas neue Politik fällt in Moskau offenkundig auf fruchtbaren Boden. Das zeigt sich auch in Bezug auf Afghanistan. Russland unterstützt Amerikas Engagement nicht nur verbal, sondern auch praktisch, in dem es ihm erlaubt, nicht militärische Güter mit der russischen Bahn nach Afghanistan zu transportieren. Der erste Transport ist vor wenigen Tagen dort eingetroffen. Dass dies nicht das letzte Wort sein muss, beweißt Deutschland. Als erstes Land erhielt es von Russland eine Generalerlaubnis zum Transport militärischen Materials nach Afghanistan. Das Motiv für die Kooperationsbereitschaft ist klar: Moskau will vom Westen, vor allem von Washington, als Partner und damit als gleichwertig anerkannt werden. Es geht ihm darum, den Rang zurückgewinnen, den es mit dem Zerfall der Sowjetunion verloren hat. Dazu gehört für Russland aber auch, die Staaten als Einflusszone zu behalten, die einst zur Sowjetunion gehörten. Das verträgt sich weder mit Amerikas Präsenz in Kirgisien noch in Georgien oder in der Ukraine. Ob die Annäherung auch diesen Graben überbrücken kann ist allerdings fraglich.</p>
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		<title>Klaus beendet das Kritikverbot an der EU</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Mar 2009 11:11:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Die Zeiten, in die Politiker so tun konnten, als sei alle Welt dafür, aus der  EU einen Staat zu machen, ist zu Ende. Am Donnerstag hat der tschechische Staatspräsident Klaus vor dem Europaparlament in Brüssel Klartext gesprochen und den Abgeordneten gesagt, was sie nicht hören wollten. Er wies sie darauf hin, dass das Europäische Parlament [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeiten, in die Politiker so tun konnten, als sei alle Welt dafür, aus der  EU einen Staat zu machen, ist zu Ende. Am Donnerstag hat der tschechische Staatspräsident Klaus vor dem Europaparlament in Brüssel Klartext gesprochen und den Abgeordneten gesagt, was sie nicht hören wollten. Er wies sie darauf hin, dass das Europäische Parlament gar kein richtiges Parlament sein könne, weil es kein europäisches Volk gebe, dass sie vertreten könnten.<br />
Und er warnte davor, den Völkern mit einem EU-Staat etwas aufzuzwingen, was sie ablehnten. Das verdross viele Abgeordnete. Sie verließen den Saal, so dass sie auch nicht hören konnten,  was Klaus noch sagte, nämlich dass er nicht gegen die EU sei, sondern nur gegen die derzeit betriebene Konzentration aller Befugnisse in Brüssel durch den Lissabonner Vertrag, der die Nationen und ihre Parlamente entmündige. Wer aber über andere Lösungen reden wolle,  werde als EU-Gegner diffamiert und ausgegrenzt. Dass er damit nicht daneben lag, zeigte das Verhalten der Abgeordneten.<span id="more-115"></span></p>
<p> Anzunehmen, die Sache sei damit erledigt, wäre falsch. In Prag ist der Ratifikationsprozess des Lissabonner Vertrags noch nicht abgeschlossen und in Irland ist er abgelehnt worden. Ob das eine zweite Volksabstimmung korrigieren wird, ist offen. Aber auch die Zustimmung Deutschlands ist noch nicht abgeschlossen. In Karlsruhe hat das Bundesverfassungsgericht in der vergangenen Woche über die Verfassungsklage des CSU-Abgeordneten Gauweiler verhandelt, der den Lissabonner Vertrag für verfassungswidrig hält, weil durch ihn der Bundestag zentrale Befugnisse abtreten müsste und die  Bundesrepublik kein unabhängiger Staat mehr wäre. Die Entscheidung des Gerichts fällt vermutlich nicht vor Mai, aber die Verhandlungen zeigten, dass die Richter die Klage bitterernst nehmen.</p>
<p> Gauweiler ist in der CSU mit seiner ablehnenden Haltung nicht allein. Er habe &#8220;die Unterstützung weiter Teile der CSU&#8221;, verriet der CSU-Abgeordnete Nüßlein inzwischen. Unbehagen über die EU sammelt sich aber auch an der CSU-Spitze. So sprach der CSU-Vorsitzende Seehofer bereits davon, man könne künftig die  Wähler direkt über wichtige EU-Entscheidungen wie den Lissabonner Vertrag abstimmen lassen. Dahinter steckt bei der CSU wohl vor allem die nackte Angst. Sie muss befürchten bei der Europawahl am 7.Juni zu scheitern; dann nämlich, wenn sie in Bayern wieder ein Ergebnis unter 50 Prozent erhält und dann – bundesweit berechnet – unter fünf Prozent bleiben könnte. Die EU ist bei den Bürgern unpopulär; zu recht. Wenn sie daraus Gewinn ziehen will, muss die CSU darauf eingehen und ihnen zumindest die Hoffnung geben, demnächst selbst direkt mitentscheiden zu können. Ob sie das wirklich will – ist freilich eine andere Frage.</p>
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		<title>Heimweh nach Merz - oder: Macht euern Dreck alleene</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 08:56:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Was wird aus CDU und CSU, den beiden Parteien, die als Union mehr als alle anderen Parteien des Bundestags über 60 Jahre hin die Bundesrepublik geprägt haben? Niemand weiß es. Dass sich die Frage stellt - zeigt, welche Dimension das politische Erdbeben hat, das intern seit langem grollt und nun mit dem Rücktritt  von Michael [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="nachrichtPageText">Was wird aus CDU und CSU, den beiden Parteien, die als Union mehr als alle anderen Parteien des Bundestags über 60 Jahre hin die Bundesrepublik geprägt haben? Niemand weiß es. Dass sich die Frage stellt - zeigt, welche Dimension das politische Erdbeben hat, das intern seit langem grollt und nun mit dem Rücktritt  von Michael Glos vom Amt des Wirtschaftsministers öffentlich sichtbar geworden ist..  Zu sagen &#8220;ausgebrochen ist&#8221; - das wäre eine falsche Formulierung. Es ist viel schlimmer für die Union . Da explodiert nichts, &#8220;es&#8221; implodiert.<span id="more-113"></span></p>
<p>Gewiss, mit der Ernennung des 37jährigen Nachwuchspolitikers Karl-Theodor zu Guttenberg zum Nachfolger, ist es  Merkel und Seehofer gelungen, das Leck kurzfristig zu schließen. Aber das ist fast schon nebensächlich, denn der Befund lässt sich so nicht  rückgängig machen und  bevor sich Guttenberg in sein Amt einarbeiten kann, wird diese Legislaturperiode vorüber sein. Im Grunde ist sie das schon jetzt. Mit dem politischen Desaster, in das der Rücktritt von Glos die Union gestürzt hat, ist der Wahlkampf eröffnet. Die SPD kann gar nicht anders, als diese Chance zu nutzen. Sie muss versuchen, den bisherigen Koalitionspartner  zu Paaren zu treiben. Noch nie war ihre Chance dazu in dieser Legislaturperiode so groß wie jetzt. Auch könnte der Zeitpunkt für die SPD nicht günstiger liegen.</p>
<p>Betroffen sind von dem Rücktritt beide, CDU und CSU. Mit seiner Entscheidung , nicht abzuwarten, bis seine &#8220;Freunde&#8221; Merkel oder Seehofer handelten, sondern den letzten Schritt aus der Regierung selbst zu tun, hat Glos seine Leidenszeit verkürzt und die Ränke der beiden Vorsitzenden durchkreuzt, die ihm ein Dahinsiechen in der Rolle des Versagers zugedacht hatten. Solche Rollen müssen Vorsitzende rechtzeitig besetzen, wenn sie mit Niederlagen rechnen müssen. Die zu befürchten haben Merkel wie Seehofer aber allen Grund: Erhält die CSU bei der Europawahl am 7. Juni  weniger als 5 Prozent der bundesweit abgegebenen Stimmen, dann hat die Ära Seehofer einen Knick bevor sie recht begonnen hat und  Merkels Zukunft wird dadurch auch nicht rosiger.</p>
<p>Öffentliche Kritik aus den eigenen Reihem bekam Merkel seit dem politischen Rückzug ihres einstigen Rivalen Merz fast nur noch im wahlkampfbedingten Auseinandersetzungen mit der CSU um die KfZ-Pauschale und Steuersenkungen zuhören. Ansonsten blieb es zumeist ruhig; aber das war weniger Ausdruck von Zufriedenheit als von einer immer weiter um sich greifenden Resignation. Sie hat nun zu Glos´Verzicht geführt und stimmt insofer ganz mit dem Innenleben der Fraktion überein. Aufmerken lässt indessen die rasch wachsende Zahl prominenter Politiker, die weder gegenüber Merkel noch gegenüber dem neuen CSU-Chef und Ministerpräsidenten ein Blatt vor den Mund nehmen.</p>
<p>Dass Glos am Montagabend vor der CSU-Landesgruppe, die er mehr als ein Jahrzehnt geführt hatte, mit den Tränen kämpfen musste, als er von Merkels Illoyalität sprach, weil sie ihn an den Regierungsgeschäften nicht teilhaben ließ und ihm zeigte, dass sie ihn für sachlich inkompetent, &#8220;für zu dumm&#8221; gehalten habe, &#8220;um auch nur einen Vermerk lesen zu können&#8221;, ist eine Sache. Die CSU-Abgeordneten werden sich daran erinnern, wenn Merkel sie wieder brauchen wird.</p>
<p>Dass aber der ehemalige bayrische Ministerpräsident Beckstein  und Seehofers Vorgänger als CSU-Vorsitzender, Huber, der neuen Nummer Eins  seine mangelnde Unterstützung für Glos  öffentlich vorwerfen; dass der ehemalige Chef der Münchner  Staatskanzlei, Sinner,  Seehofer attestiert, er sei &#8220;nicht optimal in der Menschenführung&#8221; und er hätte Glos stärker unterstützen müssen, - das ist in der CSU ein ziemlich einmaliger Vorgang.</p>
<p>Das gleiche gilt für die Feststellung des derzeitigen Landesgruppenvorsitzenden Ramsauer, Glos habe von mancher Seite nicht - also sowohl von der Merkels als auch von der Seehofers - nicht die nötige Solidarität erfahren. Die Botschaft dieser Kritik ist klar: Wer keine Solidarität übt, kann auch keine für sich erwarten.</p>
<p>Neu ist nicht zuletzt, dass CDU-Abgeordnete wie der Finanzexperte  Bernhardt die Ernennung Guttenbergs mit der Bemerkung begleiten, sie bestätige, wie schlecht es um die Wirtschaftskompetenz in der Union bestellt sei.  Seine Aussage &#8220;uns fehlen die jungen Politiker mit wirtschaftspolitischer Ausstrahlung wie sie ein Friedrich Merz hat&#8221;, bricht ein Tabu, denn den Namen  Merz anzusprechen ist für Merkel  eine Aufkündigung der Gefolgschaft. Und genau das ist es auch. Intern war sie von manchem schon seit längerem gekündigt. Aber eben nur intern, in einer Fraktion deren Abgeordnete ihre  Enttäuschung über Merkel und ihren Kurs in der Feststellung zusammenfassen: &#8220;Vom politischen Profil der CDU ist unter Merkel nichts geblieben&#8221; und die die Frage nach der Zukunft  der Partei nur mit einem Schulterzucken kommentieren.</p>
<p>Wenn jetzt an die Stelle des öffentlichen Schweigens der Fraktion derartige, fast schon offen defätistische Äußerungen treten, dann verrät dies vor allem eins: Auf den Alleingang  der Führung folgt die innere Kündigung der Missachteten. Da ist es nur noch ein kleiner Schritt bis hin zu dem Satz des abgetretenen  Königs von Sachsen: Macht Euern Dreck alleene.</p>
<p></span></p>
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		<title>Mit Flugplätzen Politik machen</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Feb 2009 10:44:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[In dieser Woche  ist in Moskau eine für Amerika wichtige Entscheidung gefallen. Der kirgisische Präsident Bakajew hat Präsident Medwedijew  die Schließung des amerikanischen Luftwaffenstützpunktes Manas in Kirgisien zugesagt. Im Gegenzug gewährt Moskau dem bettelarmen Land, das weder Erdgas noch Erdöl besitzt, einen Kredit von zwei Milliarden Dollar. Manas ist derzeit der einzige Flugplatz, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="nachrichtPageText">In dieser Woche  ist in Moskau eine für Amerika wichtige Entscheidung gefallen. Der kirgisische Präsident Bakajew hat Präsident Medwedijew  die Schließung des amerikanischen Luftwaffenstützpunktes Manas in Kirgisien zugesagt. Im Gegenzug gewährt Moskau dem bettelarmen Land, das weder Erdgas noch Erdöl besitzt, einen Kredit von zwei Milliarden Dollar. Manas ist derzeit der einzige Flugplatz, der den Amerikanern in Zentralasien geblieben ist, nachdem Usbekistan  Washington den  Stützpunkt Chanabad 2005 für die Air Force schloß. Von Manas  fliegt sie  Nachschub nach Afghanistan. Die Bedeutung dieses Stützpunkts wächst durch die   Verstärkung  der US-Truppen in Afghanistan um weitere 15 000 Mann und der Verwundbarkeit der Nachschubwege, die  von Pakistan nach Afghanistan führen, weiter.<span id="more-110"></span></span></p>
<p>Bleibt Kirgisien bei seiner Entscheidung, dann hat sie nicht nur militärische, sondern mehr noch politische Bedeutung für Amerika. Mit Beginn der Afghanistan-Intervention bemühte sich Washington sowohl um die politische Unterstützung Russlands als auch um die der selbständig gewordenen einstigen Sowjetrepubliken  in Zentralasien. Die Bereitschaft hierzu schwand, als man vor Ort bemerkte, dass Washington nicht nur militärische Präsenz für Afghanistan aufbauen, sondern mit ihr auch politischen und wirtschaftlichen Einfluss in den Gastländern gewinnen wollte. Dabei waren  gas- und ölreiche Staaten wie Kasachstan für Washington von besonderem Interesse. Mit ihnen wollte es ins Geschäft kommen und Pipelines bauen, die Russland nicht kontrollieren konnte.</p>
<p>Damit machte sich Washington nicht nur Russland gegenüber zum Konkurrenten um Einfluss in Zentralasien. Sein Bemühen sich dort dauerhaften Einfluss zu verschaffen störte auch China, das in seinem Vorfeld ebenso wenig wie Russland die Amerikaner haben wollte.  Das lies Amerikas Pläne scheitern. Schon im Juli 2005 forderte die &#8220;Shanghai.Organisation&#8221;, ein  Zusammenschluss von Russland, China, Usbekistan, Kirgisien, Kasachstan und Tadschikistan, die Amerikaner zum Abzug auf. Mit der Aufgabe von Manas würde er abgeschlossen.</p>
<p>Es kann nicht wundern, wenn man in Moskau den amerikanischen Versuch, dauerhaften Einfluss auf Zentralasien zu gewinnen im Zusammenhang mit Washingtons  Bemühen sieht, die Nato rasch nach Osten auszuweiten, die Ukraine und Georgien aufzunehmen und so  Russlands Einfluss   sowohl im Westen als auch im Osten an seinen erst 1991 eingenommenen Grenzen enden zu lassen. Das heißt, die einst zur Sowjetunion gehörenden Republiken möchte Amerika Russland als Einfluss- und Interessensphäre abnehmen.</p>
<p>Dieser Versuch könnte nun in Kirgisien zu einem negativen Abschluss  kommen; nachdem er  in Georgien und kürzlich auch in der Ukraine zumindest fürs erste  misslungen war. Durch politischen Druck wird Washington diesen Befund kaum zu seinen Gunsten wenden können. Es benötigt Hilfe, denn sein Krieg in Afghanistan hat es   abhängig gemacht. Ersatz für  Manas  könnte ihm aber am ehesten Russland bieten, in dem es Amerika den Transport seines Nachschubs über sein Gebiet gestattet – so wie es dies Deutschland gegenüber bereits tut. Moskaus jüngste Ankündigung, die  Stationierung von Kurzstreckenraketen im Oblast Kaliningrad, dem russischen Teil des  einstigen Ostpreußen, bis auf weiteres auszusetzen, zeigt wie groß das Interesse des Kreml derzeit ist, statt zu neuer Konfrontation zu einem Interessenausgleich  mit Amerika zu kommen. Geht Manas den Amerikanern verloren, so ist dies  ein weiteres Argument dafür, sich auf eine Politik einzulassen, die die Interessen Russlands berücksichtigt, statt sie konterkarieren zu wollen.</p>
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