<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	>

<channel>
	<title>Karl Feldmeyer &#187; Außenpolitik</title>
	<atom:link href="http://karlfeldmeyer.de/?feed=rss2&#038;cat=5" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://karlfeldmeyer.de</link>
	<description></description>
	<pubDate>Fri, 26 Mar 2010 11:40:58 +0000</pubDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.6</generator>
	<language>en</language>
			<item>
		<title>Das Märchen von der Eisernen Kanzlerin</title>
		<link>http://karlfeldmeyer.de/?p=172</link>
		<comments>http://karlfeldmeyer.de/?p=172#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 26 Mar 2010 11:37:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://karlfeldmeyer.de/?p=172</guid>
		<description><![CDATA[Am Donnerstag konnte man Angela  Merkel in der &#8220;Bild-Zeitung&#8221; als  &#8220;Eiserne Bundeskanzlerin&#8221; bestaunen.  &#8220;Bild&#8221; hatte dem Hamburger Denkmal des &#8220;Eisernen&#8221; Kanzlers Otto von  Bismarck schnell mal Angela Merkels Kopf verpasst. Tags darauf   verkaufte Merkel in Brüssel einen Kompromiss,  als ihren Erfolg.
Richtig  ist: Merkel hat verhindert, dass Griechenland - so wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Donnerstag konnte man Angela  Merkel in der &#8220;Bild-Zeitung&#8221; als  &#8220;Eiserne Bundeskanzlerin&#8221; bestaunen.  &#8220;Bild&#8221; hatte dem Hamburger Denkmal des &#8220;Eisernen&#8221; Kanzlers Otto von  Bismarck schnell mal Angela Merkels Kopf verpasst. Tags darauf   verkaufte Merkel in Brüssel einen Kompromiss,  als ihren Erfolg.</p>
<p>Richtig  ist: Merkel hat verhindert, dass Griechenland - so wie es sich das  wünschte - von der EU billige Kredite erhält. Statt dessen einigte man  sich in Brüssel darauf, die Griechen an den IWF, den Internationalen  Währungsfonds zu verweisen, der seine Kredite mit  Bedingungen  verbindet, die zwar unbequem sind, aber  zur wirtschaftlichen Gesundung  des Kreditnehmers führen. Zusätzliche Kredite der EU-Staaten kann  Griechenland jetzt nur &#8220;im äußersten Notfall&#8221; von den EU-Staaten  erhalten. Dieser &#8220;äußerste Notfall&#8221; hat  zwei Voraussetzungen: Erstens  muss Athen zuvor den IWF-Kredit in Anspruch genommen und sich damit den  harten Regeln zur Sanierung seines korrupten Staatswesens unterworfen  haben. Zweitens erhalten die Griechen nur dann zusätzliche Kredite von  den  EU-Staaten, wenn alle – also auch Deutschland – dem zustimmen.  Merkel behält also ein Veto-Recht.</p>
<p>Das mag für den Fall  Griechenlands hinnehmbar sein; zumal von einer  Insolvenz des Landes gar  keine Rede sein kann. Dass in der EU dennoch so große Aufregung  besteht, verrät, dass es bei den jetzt getroffenen Entscheidungen gar  nicht so sehr um Griechenland geht, sondern um das Prinzip. Und das ist  im EU-Vertrag von Maastricht festgelegt worden und lautet: Die  Euro-Währung dürfen  nur Staaten mit soliden Finanzen erhalten. Dazu  gehört, dass ihre Verschuldung unter 60 Prozent ihres  Bruttoinlandsproduktes liegt und damit allenfalls die Hälfte der  Verschuldung Griechenlands. Ihre  Kreditwürdigkeit bereitet ihnen daher  auch keine Probleme. Deshalb bestimmt der  Maastrichter Vertrag, dass  jedes Land für seine Schulden selbst aufzukommen hat.<br />
Jetzt aber hat  man sich in der EU auf Regeln darüber verständigt, wie zu verfahren  ist, wenn ein Euro-Land notleidend wird – was der Vertrag ausschließt.  Das gilt jetzt für Griechenland; morgen vermutlich für  Italien und  Portugal. Was man heute den Griechen gewährt, wird man aber morgen den  anderen nicht verweigern können. Damit ist der Weg zu einem weichen Euro  beschritten. Um dies zu verhindern, hätte die Kanzlerin wirklich  &#8220;eisern&#8221; sein und auf der Einhaltung des Maastrichter Vertrags ohne Wenn  und Aber  bestehen müssen – auch wenn dies zum Ausscheiden des einen  oder anderen Landes aus dem Euro führen sollte. Es wäre kein Verlust.   In Brüssel wurde dagegen der Bruch geltender Verträge und das Ende des  Euro als Hartwährung beschlossen. &#8220;Bild&#8217;s&#8221;  &#8220;Eiserne Kanzlerin&#8221; hat sich  als Fata Morgana erwiesen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://karlfeldmeyer.de/?feed=rss2&amp;p=172</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Der Euro und wir</title>
		<link>http://karlfeldmeyer.de/?p=168</link>
		<comments>http://karlfeldmeyer.de/?p=168#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 16 Mar 2010 11:36:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://karlfeldmeyer.de/?p=168</guid>
		<description><![CDATA[Griechenland ist nicht nur ein  Finanzdesaster. Es ist auch ein  Lehrstück,  dem wir wichtigste  Erkenntnisse entnehmen können: Erstens  über die Glaubwürdigkeit unserer  politischen Klasse; zweitens darüber,  wie diejenigen, die wir gewählt  haben, mit unseren Interessen umgehen.
Als mit dem Vertrag von  Maastricht die Grundlage für den Euro geschaffen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Griechenland ist nicht nur ein  Finanzdesaster. Es ist auch ein  Lehrstück,  dem wir wichtigste  Erkenntnisse entnehmen können: Erstens  über die Glaubwürdigkeit unserer  politischen Klasse; zweitens darüber,  wie diejenigen, die wir gewählt  haben, mit unseren Interessen umgehen.</p>
<p>Als mit dem Vertrag von  Maastricht die Grundlage für den Euro geschaffen wurde, stand ein  Prinzip an aller erster Stelle: Seine Stabilität. Der Euro, so  versicherten Kohl und Co., werde härter als  die D-Mark sein. Diese  Versicherung war wichtig, denn anders als die Parteien, wollte die  übergroße Mehrheit der Deutschen an der D-Mark festhalten. Sie war ihnen  Symbol ihrer überlegenen Leistungskraft und  ein Grund, stolz zu sein.<br />
Um  den Euro dauerhaft zu einer &#8220;harten&#8221; Währung zu machen, mussten sich  die Mitgliedsländer, auf eine Politik der Geldwertstabilität festlegen.  Dazu gehörte insbesondere die Verpflichtung, ihre jährliche  Neuverschuldung  unter drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu halten  und ihre Gesamtverschuldung unter 60 Prozent ihres Bruttoinlandprodukts.<br />
Darauf  schworen alle tausend Eide. Es waren Meineide. Fast alle Euro-Staaten –  auch Deutschland – haben diese Verschuldungsgrenzen längst  überschritten. Ihre Versprechen haben die Politiker gebrochen und das  würde sogar ignoriert, wenn  nicht &#8220;Griechenland&#8221; passiert wäre. Seine  Verschuldung ist so maßlos, dass die Finanzwelt Zweifel an seiner  Kreditwürdigkeit hat. Der Maastrichter Vertrag verbietet zwar  ausdrücklich, dass ein Euro-Staat für die Schulden eines anderen  aufkommen darf. Das heißt, Griechenland müsste, wenn es zahlungsunfähig  wird, aus dem Euro ausscheiden. Das zu verhindern ist den Politikern  aber wichtiger als die Einhaltung ihrer Versprechen und   des  Maastrichter Vertrags. Sie überlegen deshalb, wie sie –vertragwidrig-  mit dem Geld ihrer Steuerzahler nicht nur die Griechen  in der  Euro-Gemeinschaft halten können, sondern auch alle anderen  überschuldeten Euro-Länder. Italien, Spanien, Portugal und Irland stehen  schon auf der Kandidatenliste. Um Vorsorge für sie zu treffen, will die  Bundesregierung einen Europäischen Währungsfonds gründen, der  zuförderst mit deutschen Geld ausgestattet würde. Er wäre aber nur ein  Schritt hin zu einer europäischen Wirtschaftsregierung, die Zugriff auf  die deutschen Steuergelder hätte. Die Folge wäre ein Abbau unseres  Lebensstandards zugunsten derer, an die unser Geld verteilt würde.<br />
Das  weiß die politische Klasse genau. Trotzdem verfolg sie diese Politik.  Sie ist  nicht nur ein Wort- und Vertragsbruch. Sie ist ein Skandal, der  zeigt, dass für sie &#8220;Europa&#8221; Vorrang vor den  Interessen derer hat, die  sie gewählt haben.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://karlfeldmeyer.de/?feed=rss2&amp;p=168</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>London oder der Anfang vom Ende</title>
		<link>http://karlfeldmeyer.de/?p=166</link>
		<comments>http://karlfeldmeyer.de/?p=166#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 11:35:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://karlfeldmeyer.de/?p=166</guid>
		<description><![CDATA[Noch spricht es keiner offen aus –  insgeheim aber wissen es alle: Der  Westen hat den Glauben an seinen  Erfolg in Afghanistan verloren. Das Ergebnis der Londoner Konferenz hat  es einmal mehr bestätigt. Erklärtes Ziel aller Anstrengungen  ist  nunmehr die Vorbereitung des Abzugs der  Truppen  bis 2014, nicht mehr  der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch spricht es keiner offen aus –  insgeheim aber wissen es alle: Der  Westen hat den Glauben an seinen  Erfolg in Afghanistan verloren. Das Ergebnis der Londoner Konferenz hat  es einmal mehr bestätigt. Erklärtes Ziel aller Anstrengungen  ist  nunmehr die Vorbereitung des Abzugs der  Truppen  bis 2014, nicht mehr  der Sieg über die Taliban; von AlQaida und Osama Bin Ladin spricht  ohnehin seit langem niemand mehr, obwohl deren Terrorakte den  Afghanistan-Einsatz auslösten; nicht die Taliban.</p>
<p>Schon vor Beginn  der Konferenz war klar, dass die Nato-Partner Amerikas nicht bereit  sind, die 10 000 Soldaten zusätzlich nach Afghanistan zu schicken, um  die sie Präsident Obama als europäischen Beitrag zu der von ihm  beschlossenen &#8220;letzten Kraftanstrengung&#8221; gegen die Taliban gebeten  hatte.  Statt eines Beweises von Solidarität und Geschlossenheit bietet  die Nato nun ein Bild des Zerfalls. Italiener, Deutsche, Engländer,  Polen und Spanier entsenden zwar einige hundert Soldaten, aber weit  weniger als von Washington erbeten. Andere Partner wie Frankreich und  die Türkei verweigern jede Verstärkung.  Kanada und die Niederlande  bleiben sogar dabei, ihre Kontingente bis 2011 abzuziehen.<br />
Dieses  Gesamtbild wiegt  für die Nato schwerer, als die Lage in Afghanistan  selbst, denn die Behauptung, die Sicherheit der Bundesrepublik werde am  Hindukusch verteidigt, wird nicht dadurch richtiger, dass sie immer aufs  Neue wiederholt wird. In Afghanistan wird weder die Sicherheit der  Bundesrepublik noch die ihrer Verbündeten verteidigt. Eher trifft das  Gegenteil zu. Acht Jahre nach Beginn der  Intervention ist die  Sicherheitslage nicht nur in Afghanistan, sondern in der gesamten  Region, vor allem im benachbarten Pakistan fragiler geworden. Die  Stärkung des islamischen Fundamentalismus in Pakistan aber ist viel  gefährlicher, als alles, was in Afghanistan geschehen kann. Pakistan  ist  Atommacht und niemand kann ausschließen, dass bei einem Umsturz  pakistanische  Atomwaffen  in die Hände der Terroristen gelangen. Die  wirkliche Gefahr ist somit die mit der  Intervention der Nato in  Afghanistan verbundene Stärkung der Taliban; und zwar  sowohl in  Afghanistan als auch in Pakistan.</p>
<p>Aber nicht nur deshalb muss  sich der Westen heute eingestehen, dass er einen schweren Fehler beging,  als er die Bekämpfung von Bin Ladin und AlQaida auf die Taliban   ausdehnte. Wenn die Nato – so wie 1989 die  Sowjetunion – ohne Sieg   Afghanistan verlässt, wird sich die Frage nach der Zukunft  dieser  transatlantischen Allianz stellen. Ihr Bedeutungsverlust, gar ihr  Zerfall, aber wäre das Schlimmste, was Deutschland zustoßen könnte, denn  dann stellte sich die Sicherheitsfrage tatsächlich.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://karlfeldmeyer.de/?feed=rss2&amp;p=166</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Obamas Besuch in Moskau lässt Hoffnungen zu - aber nicht mehr</title>
		<link>http://karlfeldmeyer.de/?p=136</link>
		<comments>http://karlfeldmeyer.de/?p=136#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2009 16:22:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>

		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://karlfeldmeyer.de/?p=136</guid>
		<description><![CDATA[Zwei Tage hat US-Präsident Obama in dieser Woche mit Präsident Medwedjew und seinem Vorgänger Putin in Moskau verbracht. Sechs Monate nach seinem Amtsantritt wollte er klären, wie sich das unter seinem Vorgänger Bush drastisch verschlechterte Verhältnis  beider Staaten  verbessern ließe.
Das Ergebnis hat die Mühe Obamas gerechtfertigt. Mit Medwedjew vereinbarte er den Abbau der strategischen Atomwaffen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="nachrichtPageText">Zwei Tage hat US-Präsident Obama in dieser Woche mit Präsident Medwedjew und seinem Vorgänger Putin in Moskau verbracht. Sechs Monate nach seinem Amtsantritt wollte er klären, wie sich das unter seinem Vorgänger Bush drastisch verschlechterte Verhältnis  beider Staaten  verbessern ließe.</span><span id="more-136"></span></p>
<p>Das Ergebnis hat die Mühe Obamas gerechtfertigt. Mit Medwedjew vereinbarte er den Abbau der strategischen Atomwaffen fortzusetzen. Gorbatschow und Bush senior hatten 1991 mit dem SART- 1- Abkommen damit begonnen. Die damals vereinbarte Obergrenze von 1600 Raketen und 6000 Sprengköpfen soll nun  auf 500 bis 1000 Trägersysteme und 1500 bis 1600 Sprengköpfe weiter verringert werden: Immer noch mehr als genug, um die Welt zu entvölkern. Aber immerhin, ein Fortschritt, der das Interesse beider Seiten belegt, einander wieder näher zu kommen.</p>
<p>Medwedjew hat Obama aber noch einen weiteren Beweis seiner Bereitschaft gegeben, Amerika entgegen zu kommen. Ein Transitabkommen gestattet es den Amerikanern nun, ihren gesamten Nachschub für Afghanistan, Menschen und Waffen eingeschlossen,  durch Russland zu transportieren; sei es auf dem Schienenweg oder durch die Luft. Das ist gerade angesichts der immer stärker gefährdeten Nachschubwege durch Pakistan kein Pappenstil. Es belegt Moskaus Interesse am Erfolg des Westens in Afghanistan und an verbesserten Beziehungen zu Amerika gleichermaßen.</p>
<p>Und Obama? Er versicherte seinem Gastgeber, er wolle die &#8220;Phase des Misstrauens und der Rivalität&#8221; beenden, denn es gebe mehr Gemeinsames als Trennendes zwischen beiden Staaten. Und öffentlich fügte er hinzu, ein starkes, friedliches und blühendes Russland liege in Amerikas Interesse. Die globale Partnerschaft werde stärker, wenn Russland seinen angestammten Platz als Großmacht einnnehme.</p>
<p>Das hat sich für seine Gastgeber  erfreulich angehört. Aber was heißt das für die konkreten Konfliktpunkte? Etwa für die noch von Bush getroffene Entscheidung, nahe den Grenzen Russlands, Raketen zu installieren, die zwar offiziell als Abwehr gegen - noch gar nicht existierende  -Atomraketen des Iran ausgegeben, vom Russland aber als Demonstration seiner Einschnürung durch Amerika  bewertet werden? Obama lies dies offen. Das gilt auch für die Ostausdehnung der Nato. Der politische Zustand Georgiens ebenso wie derjenige der  Ukraine, die beide in die Nato drängen, hat dieser Frage zwar viel von ihrer aktuellen Brisanz  genommen. Beantwortet aber ist sie nicht. Die Entscheidung darüber, ob er Russlands Einfluss nach Möglichkeit auf dessen eigenes Territorium zurückdrängen, oder ein kooperatives Verhältnis zu ihm auf  breiter Basis  aufbauen will, ist wohl noch nicht gefallen. Fallen aber muss sie.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-right: 205.5pt; text-align: justify;"><span style="font-size: 14pt;"> </span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://karlfeldmeyer.de/?feed=rss2&amp;p=136</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Die große Mehrheit lehnt einen EU-Bundestaat ab</title>
		<link>http://karlfeldmeyer.de/?p=127</link>
		<comments>http://karlfeldmeyer.de/?p=127#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 06 May 2009 14:30:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>

		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://karlfeldmeyer.de/?p=127</guid>
		<description><![CDATA[Nur 18 Prozent der Deutschen sind  dafür, aus der  EU einen Bundesstaat zu bilden, so wie es durch den Vertrag von Lissabon geschehen soll. Der &#8220;Rest&#8221;, nämlich die überwältigende Mehrheit von 82 der Deutschen lehnt dies  ab. Dies hat die Umfrage ergeben, die die &#8220;Internationale Politik&#8221; – die Zeitschrift der renommierten Gesellschaft für Auswärtige Politik  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nur 18 Prozent der Deutschen sind  dafür, aus der  EU einen Bundesstaat zu bilden, so wie es durch den Vertrag von Lissabon geschehen soll. Der &#8220;Rest&#8221;, nämlich die überwältigende Mehrheit von 82 der Deutschen lehnt dies  ab. Dies hat die Umfrage ergeben, die die &#8220;Internationale Politik&#8221; – die Zeitschrift der renommierten Gesellschaft für Auswärtige Politik  von Forsa  vornehmen lies. Damit ist klar: Dürfte das deutsche Volk über den Vertrag von Lissabon abstimmen, der die EU zu einem Bundesstaat  verwandeln soll,  so wäre dessen Ablehnung  sicher.<span id="more-127"></span><br />
Ob man  dies begrüßt oder bedauert,  braucht uns hier nicht zu beschäftigen. Die Möglichkeit, in einem Volksentscheid über diese schicksalhaft wichtige Frage zu entscheiden, wird den Deutschen vorenthalten. Entsprechende Forderungen beantworten Politiker – allen  voran die Bundeskanzlerin - mit dem einsilbigen Hinweis, das Grundgesetz sehe Volksentscheide nicht vor. Einsilbig ist ihre Antwort deshalb, weil sie über diesen Punkt nicht gerne sprechen. Er ist ihnen  unangenehm, denn er zielt auf einen wunden Punkt : Die Frage, ob das Volk, von dem das Grundgesetz sagt, von ihm gehe alle Gewalt im Staat aus, stillhalten muss, wenn  Regierung und die Parteien genau das Gegenteil dessen tun, was die übergroße Mehrheit will.<br />
Nun könnte man dem Volk ja sagen: Wählt doch die Parteien, die eure Meinung in dieser wichtigen Frage vertreten!&#8221; Schließlich wird das Europäische Parlament am 7. Juni , also in einem Monat neu gewählt! Aber diese Aufforderung würde die Peinlichkeit für die Parteien und ihre Politiker nur noch vergrößern, denn von den sechs Parteien CDU,CSU,SPD,FDP, Grüne  und Die Linke sind alle für den Lissabonner Vertrag und damit für den Ausbau der EU zu einem Staat, in dem seine Mitgliedsstaaten  letztendlich aufgehen sollen – ausgenommen die Partei Die Linke. Die aber ist aufgrund ihres politischen Gesamtprofils für etwa 90 Prozent der Deutschen  unwählbar – ebenso wie die Parteien, die sich außerhalb des Bundestags tummeln.<br />
Somit bleibt festzustellen, dass die große Mehrheit der Parteien, Regierungsparteien wie Oppositionsparteien den Wählerwillen ignorieren und an ihm vorbei die Politik machen, die sie wollen, nicht aber jene, die die überwältigende Mehrheit der Wähler will. Berücksichtigt man, dass für etwa 90 Prozent der Deutschen die Wahl einer radikalen Partei ,weder des rechten noch des linken Flügels, in Betracht kommt, so kommt man um der Erkenntnis nicht herum, dass 82 Prozent der Deutschen am 7. Juni gar keine Wahl haben. NPD und Die Linke kommen für sie wegen ihres politischen Gesamtprofils nicht in Betracht und CDU,CSU,SPOD,FDP und Grüne deshalb nicht, weil sie exakt das Gegenteil dessen wollen, was sie selbst wollen: Die Verhinderung der Weiterentwicklung der EU zu einem Staat. Für Deutsch aus der DDR ist die Situation nicht neu, zwar mehrere Parteien  auf dem Wahlzettel vorzufinden, aber nur eine Politik. Egal, was man wählte, man wählte immer die Politik der SED. So war das damals in der DDR mit den Parteien des &#8220;nationalen Blocks&#8221;. Nun können sie zwar CDU oder CSU oder SPD oder FDP oder meinetwegen auch Grüne wählen – es bleibt sich gleich: Sie wählen eine Partei des &#8220;europäischen Blocks&#8221;.<br />
Wohlgemerkt: Das alles ist völlig legal. Das Grundgesetz wird nicht verletzt.. Die Parteien sind in ihrer politischen Willensbildung frei, jeder Abgeordnete ist frei und nur seinem Gewissen verpflichtet (theoretisch; denn tatsächlich steht er unter dem Fraktionszwang). Ein imperatives Mandat, das den Abgeordneten zwingen könnte, sich am Willen seiner Wähler zu orientieren, gibt es nicht. Aber  etwas anderes gibt es: Die politische Wirklichkeit ist an einem Punkt angelangt, den die Schöpfer des Grundgesetzes kaum vorhergesehen haben dürften: Der politische Willen der Parteien und derjenige der übergroßen Mehrheit der Wähler differieren nicht nur in Details. Sie haben sich vielmehr zu klaren Gegensätzen polarisiert. Unter diesen Umständen ist nicht länger zu verbergen, dass der Bundestag in der Europapolitik  - obwohl demokratisch gewählt -  kein Verfassungsorgan mehr ist, das den Wählerwillen repräsentiert und damit das Volk vertritt, von dem – angeblich – &#8220;alle Macht ausgeht.&#8221;<br />
Das dürfte die Parteien nicht weiter beeindrucken. Sie werden über die –vermutlich- geringe Beteiligung  an der Europawahl am  7. Juni klagen, es aber vermeiden, den Grund dafür offen auszusprechen. Somit bleibt wahrscheinlich alles beim alten – so wie es sich die Parteien wünschen. Aber das trifft nur für die Betrachtung der Oberfläche zu.  Was  bei dieser Missachtung des Mehrheitswillens  erodiert,  ist die Überzeugung, dass in diesem Lande Demokratie herrscht und dass die Regeln der Demokratie für alle gelten, insbesondere für deren Repräsentanten. Den Satz &#8221; Es muss alles demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben&#8221; hat Walter Ulbricht  1945 ausgesprochen. Seine Bedeutung aber hat er nicht verloren.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://karlfeldmeyer.de/?feed=rss2&amp;p=127</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Mit Flugplätzen Politik machen</title>
		<link>http://karlfeldmeyer.de/?p=110</link>
		<comments>http://karlfeldmeyer.de/?p=110#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 Feb 2009 10:44:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://karlfeldmeyer.de/?p=110</guid>
		<description><![CDATA[In dieser Woche  ist in Moskau eine für Amerika wichtige Entscheidung gefallen. Der kirgisische Präsident Bakajew hat Präsident Medwedijew  die Schließung des amerikanischen Luftwaffenstützpunktes Manas in Kirgisien zugesagt. Im Gegenzug gewährt Moskau dem bettelarmen Land, das weder Erdgas noch Erdöl besitzt, einen Kredit von zwei Milliarden Dollar. Manas ist derzeit der einzige Flugplatz, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="nachrichtPageText">In dieser Woche  ist in Moskau eine für Amerika wichtige Entscheidung gefallen. Der kirgisische Präsident Bakajew hat Präsident Medwedijew  die Schließung des amerikanischen Luftwaffenstützpunktes Manas in Kirgisien zugesagt. Im Gegenzug gewährt Moskau dem bettelarmen Land, das weder Erdgas noch Erdöl besitzt, einen Kredit von zwei Milliarden Dollar. Manas ist derzeit der einzige Flugplatz, der den Amerikanern in Zentralasien geblieben ist, nachdem Usbekistan  Washington den  Stützpunkt Chanabad 2005 für die Air Force schloß. Von Manas  fliegt sie  Nachschub nach Afghanistan. Die Bedeutung dieses Stützpunkts wächst durch die   Verstärkung  der US-Truppen in Afghanistan um weitere 15 000 Mann und der Verwundbarkeit der Nachschubwege, die  von Pakistan nach Afghanistan führen, weiter.<span id="more-110"></span></span></p>
<p>Bleibt Kirgisien bei seiner Entscheidung, dann hat sie nicht nur militärische, sondern mehr noch politische Bedeutung für Amerika. Mit Beginn der Afghanistan-Intervention bemühte sich Washington sowohl um die politische Unterstützung Russlands als auch um die der selbständig gewordenen einstigen Sowjetrepubliken  in Zentralasien. Die Bereitschaft hierzu schwand, als man vor Ort bemerkte, dass Washington nicht nur militärische Präsenz für Afghanistan aufbauen, sondern mit ihr auch politischen und wirtschaftlichen Einfluss in den Gastländern gewinnen wollte. Dabei waren  gas- und ölreiche Staaten wie Kasachstan für Washington von besonderem Interesse. Mit ihnen wollte es ins Geschäft kommen und Pipelines bauen, die Russland nicht kontrollieren konnte.</p>
<p>Damit machte sich Washington nicht nur Russland gegenüber zum Konkurrenten um Einfluss in Zentralasien. Sein Bemühen sich dort dauerhaften Einfluss zu verschaffen störte auch China, das in seinem Vorfeld ebenso wenig wie Russland die Amerikaner haben wollte.  Das lies Amerikas Pläne scheitern. Schon im Juli 2005 forderte die &#8220;Shanghai.Organisation&#8221;, ein  Zusammenschluss von Russland, China, Usbekistan, Kirgisien, Kasachstan und Tadschikistan, die Amerikaner zum Abzug auf. Mit der Aufgabe von Manas würde er abgeschlossen.</p>
<p>Es kann nicht wundern, wenn man in Moskau den amerikanischen Versuch, dauerhaften Einfluss auf Zentralasien zu gewinnen im Zusammenhang mit Washingtons  Bemühen sieht, die Nato rasch nach Osten auszuweiten, die Ukraine und Georgien aufzunehmen und so  Russlands Einfluss   sowohl im Westen als auch im Osten an seinen erst 1991 eingenommenen Grenzen enden zu lassen. Das heißt, die einst zur Sowjetunion gehörenden Republiken möchte Amerika Russland als Einfluss- und Interessensphäre abnehmen.</p>
<p>Dieser Versuch könnte nun in Kirgisien zu einem negativen Abschluss  kommen; nachdem er  in Georgien und kürzlich auch in der Ukraine zumindest fürs erste  misslungen war. Durch politischen Druck wird Washington diesen Befund kaum zu seinen Gunsten wenden können. Es benötigt Hilfe, denn sein Krieg in Afghanistan hat es   abhängig gemacht. Ersatz für  Manas  könnte ihm aber am ehesten Russland bieten, in dem es Amerika den Transport seines Nachschubs über sein Gebiet gestattet – so wie es dies Deutschland gegenüber bereits tut. Moskaus jüngste Ankündigung, die  Stationierung von Kurzstreckenraketen im Oblast Kaliningrad, dem russischen Teil des  einstigen Ostpreußen, bis auf weiteres auszusetzen, zeigt wie groß das Interesse des Kreml derzeit ist, statt zu neuer Konfrontation zu einem Interessenausgleich  mit Amerika zu kommen. Geht Manas den Amerikanern verloren, so ist dies  ein weiteres Argument dafür, sich auf eine Politik einzulassen, die die Interessen Russlands berücksichtigt, statt sie konterkarieren zu wollen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://karlfeldmeyer.de/?feed=rss2&amp;p=110</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Ein Ölzweig aus Moskau</title>
		<link>http://karlfeldmeyer.de/?p=103</link>
		<comments>http://karlfeldmeyer.de/?p=103#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Feb 2009 09:24:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://karlfeldmeyer.de/?p=103</guid>
		<description><![CDATA[Russland wird bis auf weiteres keine Kurzstreckenraketen im nördlichen Ostpreußen stationieren. Das ließ Moskau am Mittwoch offiziell mitteilen. Das ist nicht nur eine erfreuliche Nachricht, sondern ein wichtiges politisches Signal. Es bekräftigt das übergeordnete Interesse, dass die russische Führung an einem verbesserten Verhältnis zu Washington hat.
Die Androhung,  neue Raketen im Oblast Kaliningrad zu stationieren, war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="nachrichtPageText"><strong>Russland wird bis auf weiteres keine Kurzstreckenraketen im nördlichen Ostpreußen stationieren. </strong>Das ließ Moskau am Mittwoch offiziell mitteilen. Das ist nicht nur eine erfreuliche Nachricht, sondern ein wichtiges politisches Signal. Es bekräftigt das übergeordnete Interesse, dass die russische Führung an einem verbesserten Verhältnis zu Washington hat.</span></p>
<p>Die Androhung,  neue Raketen im Oblast Kaliningrad zu stationieren, war Moskaus Antwort auf das Festhalten der Regierung Bush am Aufbau von Teilen seines geplanten Raketenabwehrsystems in Polen und in Tschechien. Die Stationierung in beiden Staaten bewertete man in Moskau – nicht ohne Grund – als einen gegen Russland gerichteten Schritt, der die Militärpräsenz Amerikas bis an die russische Grenze vorverlegen und den russischen Einfluss hinter die eigenen Grenzen zurückdrängen sollte; nicht anders als die Aufnahme Georgiens und der Ukraine in die Nato.<span id="more-103"></span></p>
<p>Unter Bush waren alle Bemühungen des Kreml vergebens gewesen, Washington von dieser antirussischen Politik abzubringen. Nicht einmal das Angebot ein gemeinsames Raketenabwehrsystem aufzubauen, wollte Bush akzeptieren.</p>
<p>Dass Moskau nun den Verzicht auf eine Stationierung eigener Raketen ankündigt, die die geplanten Stellungen in Polen erreichen könnten, belegt die Hoffnung der russischen Führung, Obama für ein Einlenken gewinnen zu können. Dabei ist der Verzicht auf Raketen auf beiden Seiten nur ein erster Schritt, hin zu einer neuen Politik zwischen den beiden großen Atommächten.</p>
<p>Dass Amerikas Begründung, die Fähigkeit erwerben zu wollen, iranische Atomraketen abfangen zu können, nur vorgeschoben war, ergibt sich allein daraus, dass der Iran weder über entsprechende Raketen noch über die dazu gehörenden Atomgefechtsköpfe verfügt. Das offenkundige Ziel war die Einschnürung Russlands.</p>
<p>Mit seinem Verzicht ist Moskau eine kluger Schachzug gelungen. Mit ihm hat es Washington in eine Situation gebracht, in dem es sich alsbald entscheiden muss, ob es an Bushs Einschnürungspolitik Russlands festhalten will, oder ob Obama der Entwicklung eines kooperativen Verhältnisses mit Moskau den Vorzug gibt.</p>
<p>Dafür spricht die schlichte Logik, denn ohne ein Zusammenwirken beider Mächte wird für Amerika die Bewältigung der Nahost-Krise schwieriger wenn nicht unmöglich. Das gilt ebenso für die Bemühungen, den Iran zu einer Abkehr von seiner bisherigen Nuklearpolitik zu bewegen – um nur zwei wichtige Argumente für eine neue Russland-Politik Amerikas zu nennen.</p>
<p>Ein weiterer Grund soll nicht verschwiegen werden: das transatlantische Verhältnis. Die europäischen Verbündeten Amerikas,  haben  ein vitales Interesse an einer Politik des Ausgleichs und der Zusammenarbeit mit Russland. Das gilt objektiv sogar für Länder wie Polen und die baltischen Staaten, die aus ihren antirussischen Gefühlen keinen Hehl machen.</p>
<p>Für Deutschland aber ist eine auf Kooperation und Interessenausgleich gerichtete amerikanische Russland-Politik  schon deshalb von überragender Bedeutung, denn das ist die raison d´etre bundesdeutscher Politik.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://karlfeldmeyer.de/?feed=rss2&amp;p=103</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Krieg im Kaukasus: Die veränderte Wirklichkeit (Teil 3)</title>
		<link>http://karlfeldmeyer.de/?p=68</link>
		<comments>http://karlfeldmeyer.de/?p=68#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 22 Aug 2008 08:24:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://karlfeldmeyer.de/?p=68</guid>
		<description><![CDATA[Deutschlands Interesse ist es, die Politik der Kooperation und der Partnerschaft mit Moskau fortzusetzen. Bislang ist sie anspruchsvoll als &#8220;strategische&#8221; Partnerschaft bezeichnet worden. Worin  das &#8220;strategische&#8221; Element dieser Partnerschaft besteht, blieb dabei allerdings unklar. Die Voraussetzung für prosperierende Beziehungen zu Russland ist und bleibt allerdings ein vertrauensvolles, enges Verhältnis zu Washington. Ohne dies gibt es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Deutschlands Interesse ist es, die Politik der Kooperation und der Partnerschaft mit Moskau fortzusetzen. Bislang ist sie anspruchsvoll als &#8220;strategische&#8221; Partnerschaft bezeichnet worden. Worin  das &#8220;strategische&#8221; Element dieser Partnerschaft besteht, blieb dabei allerdings unklar. Die Voraussetzung für prosperierende Beziehungen zu Russland ist und bleibt allerdings ein vertrauensvolles, enges Verhältnis zu Washington. Ohne dies gibt es keine Sicherheit für Deutschland. Beides zu sichern könnte sich zu einem  politischen Spagat  entwickeln, der die Spannweite der deutschen Möglichkeiten überfordert. Darin liegt für Berlin die größte Gefahr der derzeitigen Entwicklung. Deshalb ist es gut, dass die amerikanischen Verhältnisse drei Monate vor den Präsidentschaftswahlen rasche Entscheidungen über das künftige Verhältnis zu Moskau unwahrscheinlich machen. Alles weitere bleibt abzuwarten. Sollte McCain, der republikanischen Präsidentschaftskandidat, zu Bushs Nachfolger gewählt werden, so dürfte es schwer werden.Seine Beurteilung Moskaus als fortdauernde latente Gefahr für die amerikanische Politik, ist bekannt.<span id="more-68"></span></p>
<p>Bleibt die Frage nach der EU. Bisher dominierte in den meisten EU-Staaten der Optimismus und der Wunsch, die EU werde den Sprung in die Qualität eines Quasi-Staates, der auch eine eigene Außen - und Sicherheitspolitik betreibt, über kurz oder lang schaffen. Dieser Traum bleibt ein Traum; nicht weil seine Mitglieder seine Realisierung nicht wollen, sondern weil sie dazu nicht fähig sind. Die EU  kann die unterschiedlichen Interessen, Mentalitäten und Identitäten ihrer Nationen nicht  durch Beschluß zu einem gemeinsamen Willen verschmelzen. Denn für die Briten sind die britische Befindlichkeit und die britischen Interessen maßgebend, für die Iren die irischen und für die Griechen die griechischen. Daran lässt sich so wenig ändern, wie an der Wirkung der Schwerkraft.</p>
<p>Diese Erkenntnis ist unter Deutschlands Politikern besonders unbeliebt. Der Wunsch verdrängte bisher die Wirklichkeit. Das wird nach der Georgienaffäre nicht mehr durchzuhalten sein. Schon jetzt zeigen die besonnenen Stellungnahmen der Bundeskanzlerin, dass sie sich der veränderten außenpolitischen Verhältnisse bewusst ist und ihnen gerecht werden will. Das verdient Anerkennung und Unterstützung; vor allem dann, wenn es sich auch auf ihre EU-Politik auswirken sollte.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://karlfeldmeyer.de/?feed=rss2&amp;p=68</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Krieg im Kaukasus: Die veränderte Wirklichkeit (Teil 2)</title>
		<link>http://karlfeldmeyer.de/?p=64</link>
		<comments>http://karlfeldmeyer.de/?p=64#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 20 Aug 2008 07:24:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://karlfeldmeyer.de/?p=64</guid>
		<description><![CDATA[Washington hat mit seiner Reaktion, die sich auf Kritik und Appelle beschränken musste, weil ihm eine militärische Unterstützung Georgiens - begründeterweise – zu riskant ist, die russische Dominanz im Transkaukasus zumindest bis auf weiteres hinnehmen. Zugleich aber hat es durch den Abschluß des Stationierungsabkommens für amerikanische Raketen in Polen zu erkennen gegeben, dass es an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Washington hat mit seiner Reaktion, die sich auf Kritik und Appelle beschränken musste, weil ihm eine militärische Unterstützung Georgiens - begründeterweise – zu riskant ist, die russische Dominanz im Transkaukasus zumindest bis auf weiteres hinnehmen. Zugleich aber hat es durch den Abschluß des Stationierungsabkommens für amerikanische Raketen in Polen zu erkennen gegeben, dass es an seiner Politik gegenüber Russland festhält; denn keine Versicherung, die Raketen richteten sich gegen (noch gar nicht existierende) Atomraketen des Iran, kann darüber hinwegtäuschen, dass es Amerika auch hier um die Eindämmung Russlands geht.<span id="more-64"></span></p>
<p>Was aber sagt uns das Georgien-Intermezzo in Bezug auf Europa? Die Antwort ist kurz: Wenn es um äußere Sicherheit und militärische Konflikte geht, gibt es EU-Europa nicht. Die EU hat sich zwar zu einer gemeinsamen verteidigungs- und sicherheitspolitischen Zusammenarbeit bekannt, sie hat auch einen Militärstab in Brüssel eingerichtet. Das aber ist alles. Sie hat keine gemeinsame Haltung und ist unfähig gemeinsam zu handeln. Vielmehr zerfällt sie in unterschiedliche Gruppierungen, sobald sich die Frage nach einer gemeinsamen Politik stellt. Während sich die &#8220;alten&#8221; EU-Staaten mit scharfen Worten zurückhielten, so wie es ihren fehlenden Einwirkungsmöglichkeiten entspricht, entschieden sich die &#8220;neuen&#8221; EU-Mitglieder Estland, Lettland und Litauen dazu, sich dem polnischen Präsidenten Kacynzki anzuschließen und – gemeinsam mit ihm und dem ukrainischen Präsidenten – nach Tiflis zu reisen und dort antirussische Töne anzuschlagen, die die übrige EU vermeidet. Damit wurde die Spaltung der EU in unterschiedliche Haltungen gegenüber Moskau der Öffentlichkeit demonstriert.</p>
<p>Die dabei deutlich gewordene Kluft geht tief und sie hat Konsequenzen, die über die Georgienkrise hinausreichen. Angesichts des Kriegs in Georgien entschloss sich die polnische Regierung Hals über Kopf alle bisherigen Vorbehalte gegen ein Abkommen über die Stationierung amerikanischer Raketen auf seinem Territorium fallen zu lassen und den Vertrag zu unterzeichnen. Damit stellte Polen klar, was es von EU und Nato hält, sobald es ernst wird: Nichts. Das polnisch-amerikanische Abkommen ist eine Misstrauenserklärung an die Vertragssysteme Nato und EU, in die Polen seit dem Ende des Warschauer Vertrags unbedingt aufgenommen werden wollte. Von der EU erwartet Polen Geld, sonst offenbar wenig. Damit entwertet es beide Organisationen und führt in die europäische Politik ein neues Sicherheitselement von höherer(?) Qualität ein, als die bestehenden: die bilateraler Militärabkommen mit Amerika. Die EU aber ist damit in solche Mitglieder gespalten, die an einer Politik des Ausgleichs und der Zusammenarbeit mit Moskau (wenn möglich) festhalten wollen und denen, die sich in Tiflis zu Misstrauen und Konfrontation bekannt haben, weil sie sich von Russland gefährdet sehen.</p>
<p>So zwingt der Zerfall der EU in widerstreitende Gruppierungen die Mitgliedstaaten dazu, sich die Frage nach den eigenen Interessen zu beantworten. Das gilt für Deutschland allein schon wegen seiner geographischen Lage mehr noch als für andere. Was sind und was erfordern die deutschen Interessen? (Fortsetzung folgt)</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 31.1pt 0pt 0cm; text-align: justify;"><span style="font-size: 14pt; mso-bidi-font-size: 12.0pt;"><span style="font-family: Times New Roman;"> </span></span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://karlfeldmeyer.de/?feed=rss2&amp;p=64</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Krieg im Kaukasus: Die veränderte Wirklichkeit (Teil 1)</title>
		<link>http://karlfeldmeyer.de/?p=58</link>
		<comments>http://karlfeldmeyer.de/?p=58#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 Aug 2008 10:49:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://karlfeldmeyer.de/?p=58</guid>
		<description><![CDATA[Der Angriff Georgiens auf Süd-Ossetien und Abchasien hat in einer Woche Europa verändert.
Was am Freitag, dem 8. August, als innergeorgischer Konflikt zwischen der Zentralregierung in Tiflis und zwei separatistischen Landesteilen begann, enthüllte binnen Tagen seine wirkliche Dimension: In Georgien ist kein regionaler Konflikt, sondern der bisher nur schwelende Konflikt zwischen Moskau und Washington offen ausgebrochen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Angriff Georgiens auf Süd-Ossetien und Abchasien hat in einer Woche Europa verändert.<br />
Was am Freitag, dem 8. August, als innergeorgischer Konflikt zwischen der Zentralregierung in Tiflis und zwei separatistischen Landesteilen begann, enthüllte binnen Tagen seine wirkliche Dimension: In Georgien ist kein regionaler Konflikt, sondern der bisher nur schwelende Konflikt zwischen Moskau und Washington offen ausgebrochen. Es geht weder um das Selbstbestimmungsrecht von Abchasen und Osseten, noch um die Demokratie in dem fragilen, von Korruption zerfressenen Georgien. Für Moskau geht es um die Sicherung seines Einflusses auf die Staaten der Kaukasusregion, die bis 1991 Republiken der Sowjetunion waren. Zwei von ihnen sind Moskau besonders wichtig: Aserbeidschan mit seinen Öl- und Gasfeldern bei Georgien. Um Amerika den ungehinderten Zugriff auf Öl und Gas Aserbeidschans verweigern zu können, muss es verhindern, dass Georgien Teil des amerikanischen Einflussgebietes wird, durch das Ölleitungen zum Schwarzen Meer – und damit in den Westen - führen, die vor dem Zugriff Russlands sicher sind. Dies ist nicht nur eine energiepolische Frage, sondern mehr noch eine Machtfrage.</p>
<p><span id="more-58"></span></p>
<p>Aus amerikanischer Sicht nimmt sich die Interessenlage genau umgekehrt aus. Sowohl das Öl - Interesse Amerikas, als auch die Absicht, die einstigen Republiken der Sowjetunion, die 1991 selbständig wurden, Russland als Glacis und Interessensphäre zu entziehen, geben dem Konflikt um Südossetien seine wahre Bedeutung. Es geht für Washington darum, dem finanziell erstarkten Russland die Voraussetzungen dafür zu nehmen, den Rang einer Großmacht zurück zu gewinnen und auszubauen. Schon jetzt stört Moskaus Politik diejenige Amerikas im Irankonflikt, um nur ein Beispiel zu nennen. Erst aus dieser Interessenslage erklärt sich das amerikanische Drängen nach einer möglichst schnellen Aufnahme Georgiens und der Ukraine in die Nato. Durch sie will Washington die mit seiner Politik verbundenen Risiken breiter verteilen und die europäischen Nato-Partner zugleich in diese Politik einbinden, gleichgültig ob sie diese für richtig und in ihrem Interesse liegend halten, oder nicht. Mit der nach der Wiedervereinigung Deutschlands zwischen West und Ost vertraglich vereinbarten Politik der Partnerschaft, Zusammenarbeit und gutnachbarlichen Beziehungen, hat dies nichts mehr zu tun.  </p>
<p> Dass sich die Rückkehr zum Kalten Krieg zwischen den beiden Großmächten binnen Tagen vollziehen konnte, zeigt, dass der bisher offiziell gewahrte Schein nur Täuschung war. Den Anlass dazu, sie zu beenden, bot sich durch die totale Verkennung der Wirklichkeit durch Georgiens Präsident Schaalikaschwili, mit der er sich als Politiker disqualifiziert hat. Er hielt die Gelegenheit für günstig, einen militärischen Angriff gegen die abtrünnigen Abchasier und Südosseten zu führen – und das zu einem Zeitpunkt, da Amerika, in Afghanistan, im Irak und durch die Unwägbarkeiten des Iran-Konfliks andernorts gebunden und außer Stande war, sich auf weitere Abenteuer einzulassen. </p>
<p> Putin und sein Amtsnachfolger Medwedew nutzten die Chance, um den ihnen zugespielten Ball ins Tor zu treten und die realen Machtverhältnisse in der Kaukasusregion klar zu stellen. Ob man der Argumentation aus Tiflis (innere Angelegenheit) oder derjenigen Moskaus (humanitäre Hilfe für russische Staatsbürger) den Vorzug gibt: Beides ist ohne Belang, denn beide Argumente sind nur vorgeschoben. Kern des Konflikts ist der Streit um die Vorherrschaft in der Region. Diese Frage aber hat Russland zu seinen Gunsten beantwortet. Ob es seine Truppen – wie zugesichert – aus Georgien zurückzieht, oder nicht und wann es dies tut – all das ist seine Entscheidung, auf die Dritte allenfalls marginalen Einfluss haben.  (Fortsetzung folgt) </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://karlfeldmeyer.de/?feed=rss2&amp;p=58</wfw:commentRss>
		</item>
	</channel>
</rss>
