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	<title>Karl Feldmeyer &#187; Innenpolitik</title>
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	<pubDate>Fri, 26 Mar 2010 11:40:58 +0000</pubDate>
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		<title>Das Schweigen der Kanzlerin</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 11:34:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[So laut wie Angela Merkel schweigt,  kann niemand schreien. – vor allem die nicht, die immer wieder ihren  Wunsch nach einem &#8220;Machtwort&#8221; der Kanzlerin wiederholen. Dabei sagt ihr  Schweigen mehr, als es Worte könnten. Fragen wir systematisch: Was soll  der Inhalt dieses &#8220;Machtworts&#8221; sein? Dass die Kanzlerin die  in den  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So laut wie Angela Merkel schweigt,  kann niemand schreien. – vor allem die nicht, die immer wieder ihren  Wunsch nach einem &#8220;Machtwort&#8221; der Kanzlerin wiederholen. Dabei sagt ihr  Schweigen mehr, als es Worte könnten. Fragen wir systematisch: Was soll  der Inhalt dieses &#8220;Machtworts&#8221; sein? Dass die Kanzlerin die  in den  Koalitionsvertrag aufgenommene, aber bis auf weiteres wahnwitzige  Forderung nach einer großen Steuerreform und Steuersenkung bekräftigt –  oder im Gegenteil, dass es den Bruch der Koalitionsvereinbarung  aufkündigt?</p>
<p>Weder zum einen, noch zum anderen kann man ihr  raten.  Mitten im  nachrichtenarmen Januar wäre ein &#8220;Machtwort&#8221; der Kanzlerin  für die Journalisten natürlich gerade das Richtige – aber für sie  selbst? Warum sollte sie dem renitenten Koalitionspartner, dem es  derzeit  vor allem darum geht, die Schlagzeilen zu besetzen und dem  Vergessenwerden zu entgehen, dabei helfen sich in den Mittelpunkt der  Beachtung zu drängen? Dazu hat sie ebenso wenig Grund wie dazu, ihre  parteiinternen Kritikern aufzuwerten und ihnen  die Genugtuung  einer  Erwiderung zu verschaffen. Sie stehen alle bestenfalls  im zweiten Glied  der Parteihierarchie – und würden sie  sich nicht an der eigenen  Kanzlerin und Parteivorsitzenden reiben: Keiner von ihnen  hätte die  Chance, breiter öffentlicher  Beachtung. Was aber sagt es uns, daß sich  in der CDU  keine Stimme von politischem Gewicht der  ja tatsächlich  gravierenden Probleme der CDU öffentlich wahrnehmbar  annimmt? Es verrät  uns zum einen, dass Merkels Machtposition so stark in der CDU ist, dass  es niemand aus der Reihe hinter ihr für erfolgversprechend hält, ihr  als Kritiker entgegenzutreten. Zweites wirft es die Frage auf, was der  CDU denn noch an Politikern geblieben ist, die mehr können als nicken  und klatschen und die in der Lage wären, Grundsätze und Inhalte  überzeugend zu vertreten – wenn die Vorsitzende dies denn gestatten  würde.<br />
Nein, Angela Merkel hat recht: Ignorieren der Kritiker und   Verweigerung jeder inhaltlichen Debatte darüber, wo die CDU einst stand  und wo sie heute steht, ist das einzig Richtige, für eine Partei, deren  Standpunkt sich mit Ebbe und Flut der Politik bewegt und die ihre  Inhalte längst über Bord gekippt hat.</p>
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		<title>Ein schöner Dienstherr</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 11:33:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Es wirft ein bezeichnendes Licht auf  die Verhältnisse, die sich im Verteidigungsministerium in Folge des  Bombenangriffs auf zwei Tanklaster nahe Kunduz entwickelt haben. Welche  von beiden Behauptungen zutrifft, ist ungewiss. Es gilt, abzuwarten, was  der Untersuchungsausschuss des Bundestages zur Aufklärung dieses  Sachverhaltes beitragen kann.
So interessant dies unter politischen, vor allem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wirft ein bezeichnendes Licht auf  die Verhältnisse, die sich im Verteidigungsministerium in Folge des  Bombenangriffs auf zwei Tanklaster nahe Kunduz entwickelt haben. Welche  von beiden Behauptungen zutrifft, ist ungewiss. Es gilt, abzuwarten, was  der Untersuchungsausschuss des Bundestages zur Aufklärung dieses  Sachverhaltes beitragen kann.</p>
<p>So interessant dies unter politischen, vor allem  personalpolitischen  Aspekten sein mag: Andere Aspekte von mindestens  ebenso großer Bedeutung liegen schon jetzt offen zu Tage: Der  Bombenangriff von Kunduz hat nicht nur Menschen getötet und Tankwagen  zerstört. Er hat viel Wichtigeres bewirkt. Im öffentlichen Bewusstsein  ist das Gespinst aus Lüge und Täuschung zerrissen, mit dem die  politische Klasse den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr bisher zu  verhüllen versucht hat. Als sie 2001 deutsche Soldaten an den Hindukusch  schickten, bemühten sich Schröder und sein Außenminister  Fischer, der  Öffentlichkeit weiß zu machen, die Bundeswehr werde in Afghanistan  bewaffnete Entwicklungshilfe leisten und Kanzlerin Merkel machte es  ebenso.</p>
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		<title>Das Erdbeben</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 11:28:24 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Pünktlich zur Bundestagsdebatte über  die Verlängerung des Bundeswehrmandats für Afghanistan ließ &#8220;Bild&#8221; die  Bombe explodieren: Das Verteidigungsministerium hat dem neuen  Verteidigungsminister zu Guttenberg (und der Öffentlichkeit) die  Wahrheit über den Bombenangriff auf zwei Tanklastwagen nahe Kunduz am 4.  September verheimlicht.
Dabei waren  142 Menschen, darunter – wie sich nun  herausstellt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="nachrichtPageText">Pünktlich zur Bundestagsdebatte über  die Verlängerung des Bundeswehrmandats für Afghanistan ließ &#8220;Bild&#8221; die  Bombe explodieren: Das Verteidigungsministerium hat dem neuen  Verteidigungsminister zu Guttenberg (und der Öffentlichkeit) die  Wahrheit über den Bombenangriff auf zwei Tanklastwagen nahe Kunduz am 4.  September verheimlicht.</span></p>
<p>Dabei waren  142 Menschen, darunter – wie sich nun  herausstellt – viele Zivilisten getötet worden. Punktzielgenau  veröffentlichte das Blatt einen Geheimbericht der Bundeswehr und die  bislang geheimen Filmaufnahmen dieses Vorgangs, alles Unterlagen und  Informationen, die das Verteidigungsministerium dem neuen Minister  verschwieg, so dass zu  Guttenberg, wie er am Donnerstagmorgen vor dem  Bundestag erklärte, erst am Vortag, also unmittelbar vor der  Veröffentlichung, durch &#8220;Bild&#8221; erfahren hatte. Der Rücktritt des  Staatssekretärs Wichert und von Generalinspekteur Schneiderhan ist  zwingend- allerdings nur dann, wenn sie für die Unterdrückung dieses  Berichtes verantwortlich sind. Das freilich ist die Frage: Im Monat der  Bundestagswahl sind auch ganz andere Ursachen denkbar, nämlich  politische. Ihr Rücktritt ist aber nur  eine erste Reaktion auf diesen  Vorgang, den man nur als Ungeheuerlichkeit bezeichnen kann. Die Debatte  des Bundestages am Donnerstagmorgen zeigte, dass  weit schwerwiegendere  Schritte folgen dürften. Schon am Donnerstag richtete sich der Blick auf  den bisherigen Verteidigungsminister Jung, der starr auf der  Regierungsbank saß und sich weigerte, der Aufforderung  zu folgen, vor  den Abgeordneten selbst zu dem Vorgang Stellung zu nehmen. Dabei wird es  nicht bleiben. Die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses ist wieder  einmal notwendig und die SPD hat dies bereits angekündigt.</p>
<p>Das Verteidigungsministerium aber hat seinen alten Ruf wieder  einmal bestätigt, das gefährlichste Ressort der Bundesregierung zu sein –  sowohl für den Minister an seiner Spitze, als auch für die  Bundesregierung insgesamt. Noch sind die Weiterungen  nicht absehbar. Ob  sie sich auf die weitere Beteiligung der Bundeswehr am  Afghanistaneinsatz der Nato erstrecken werden, kann heute nicht  ausgeschlossen werden.</p>
<p>Der einzig erfreuliche Aspekt, der sich bei dieser Affäre bislang  erkennen lässt, ist die Reaktion von Verteidigungsminister zu Guttenberg  und sein Auftritt vor dem Bundestag am Donnerstagmorgen. Was er sagte,  spricht dafür, dass er an diesem schwerwiegenden Vertrauensbruch keinen  Anteil hat, sondern im Gegenteil in die Gefahr zu geraten drohte, selbst  zum Opfer zu werden. Wie er sich aus ihr befreite, spricht einmal mehr  für seinen Mut und seinen politischen Instinkt.</p>
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		<title>Von Guttenberg in neuer Verwendung</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 07:20:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[In dieser Woche findet im Verteidigungsministerium ein Wachwechsel statt: Auf Jung folgt von Guttenberg als Verteidigungsminister. Warum erhält ausgerechnet von Guttenberg dieses Amt, nachdem er es als Wirtschaftsminister in nur acht Monaten schaffte, an die Spitze der Popularitätsskala deutscher Politiker vorzustoßen?
Mit solchen Fragen begibt man sich in den Bereich der Spekulation, denn  ehrliche Antworten darauf, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="nachrichtPageText">In dieser Woche findet im Verteidigungsministerium ein Wachwechsel statt: Auf Jung folgt von Guttenberg als Verteidigungsminister. Warum erhält ausgerechnet von Guttenberg dieses Amt, nachdem er es als Wirtschaftsminister in nur acht Monaten schaffte, an die Spitze der Popularitätsskala deutscher Politiker vorzustoßen?<span id="more-152"></span></p>
<p>Mit solchen Fragen begibt man sich in den Bereich der Spekulation, denn  ehrliche Antworten darauf, welche Motive zu den  Personalentscheidungen in den Koalitionsverhandlungen führten, gibt es nicht. Was also könnte Merkel &amp; Co dazu veranlasst haben, den shooting star Guttenberg vom Wirtschafts- ins Verteidigungsministerium umzupflanzen? –</p>
<p>Ganz einfach: Seine Popularität. Sie erreichte in den letzten Monaten der Großen Koalition eine Dimension, die nicht nur unter den übrigen Nachwuchspolitikern der CSU insgeheim Unbehagen und Konkurrenzangst ausgelöst haben dürfte, sondern auch an der Spitze bei Seehofer und Merkel gemischte Gefühle geweckt haben könnte. Nicht, dass sie  mit seiner Versetzung ins Verteidigungsministerium seine Karriere beenden wollten; das nicht. Aber ihn ein wenig stutzen – das schon. Und welches Amt wäre dazu erfahrungsgemäß   besser geeignet, als das des Verteidigungsministers – keines. Blank, Strauß, von Hassel, Schröder, Leber, Apel, Wörner, Scholz, Stoltenberg – die Liste derer, die in diesem Amt stolperten oder ihre Karriere beendeten, ist lang. Grund genug für alle jene, die von Guttenbergs Popularität gerne gestutzt sähen, ihn in dieses Amt zu hieven.</p>
<p>Ob diese Rechnung aufgeht, bleibt freilich abzuwarten. Zudem könnten zumindest bei der Kanzlerin ganz andere Erwägungen eine Rolle gespielt haben. Von Guttenberg ist neben Merkel  das einzige Mitglied dieser Bundesregierung, das in Washington einen Namen hat. Er ist in Washington ein bekanntes Gesicht, bekennender Transatlatiker, der vor seiner Ernennung zum Wirtschaftsminister Obmann seiner Fraktion im Auswärtigen Ausschuß war  und der  über ein Netzwerk von  Beziehungen zum &#8220;hill&#8221;, also den Abgeordneten und Senatoren in Washington verfügt. Dass er englisch wie deutsch spricht, versteht sich bei ihm fast von selbst; schließlich hat er sich lange in Amerika aufgehalten und sich in seiner Dissertation mit der amerikanischen Verfassung befasst. Das sind beste Voraussetzungen dafür, in seinem neuen Amt Einfluß auf die deutsch-amerikanischen Beziehungen nehmen und die Sicherheitspolitik, die unter seinem Vorgänger Jung allein dem Auswärtigen Amt überlassen war, als Thema  besetzen zu können. Seit  Rühes Amtszeit als Verteidigungsminister  blieb der sicherheitspolitische Sachverstand des Verteidigungsministeriums nahezu ungenutzt. Dass er auf diesem Feld mit seiner Kanzlerin kooperieren und ihre Bemühungen ergänzen könnte, liegt ebenso auf der Hand wie das Interesse der Kanzlerin in der CSU-Spitze einen Verbündeten zu platzieren. Und ebenso offenkundig ist, dass dies dem neuen Aussenminister Westerwelle nicht gefallen dürfte.<br />
 Was also ist mit Guttenbergs Berufung in sein neues Amt an Absichten und Hintergedanken verbunden? Wir wissen es nicht und Spekulationen führen nicht weiter. Soviel aber lässt sich sagen: Wenn Guttenberg das Glück treu bleibt, kann er auch aus dieser Prüfung gestärkt hervorgehen.</p>
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		<title>Aus dem Ruder gelaufen</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 13:23:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Diese Woche hatte es in sich. Am Sonntag brachte CDU/CSU und FDP die ersehnte Mehrheit. Sie stellen die nächste Bundesregierung. Merkel ist und bleibt Kanzlerin und Außenminister wird wohl Guido Westerwelle. Aber nun, das dieses Ergebnis schon eine Woche alt ist, stellen wir fest, dass sich seine Begleiterscheinungen  möglicherweise  als wichtiger erweisen, als das Hauptereignis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Woche hatte es in sich. Am Sonntag brachte CDU/CSU und FDP die ersehnte Mehrheit. Sie stellen die nächste Bundesregierung. Merkel ist und bleibt Kanzlerin und Außenminister wird wohl Guido Westerwelle. Aber nun, das dieses Ergebnis schon eine Woche alt ist, stellen wir fest, dass sich seine Begleiterscheinungen  möglicherweise  als wichtiger erweisen, als das Hauptereignis selbst; auf längere Sicht zumindest. Denn so eindeutig das Wahlergebnis numerisch  ist – so verschwommen sind seine langfristigen Auswirkungen – noch. <span id="more-146"></span>Weiter lesen.<br />
Bislang kann man nur eines feststellen: Das Ergebnis ist aus dem Ruder gelaufen. Es hat nicht nur eine Mehrheit für Schwarz – Gelb gebracht; es hat die Statik des Parteiengefüges aus dem Lot gebracht. Nach dieser Wahl ist nichts mehr wie es war. Am deutlichsten haben dies SPD und FDP erfahren; die Freien Demokraten sind mit rund 14 Prozent so stark  – und die Sozialdemokraten so schwach wie nie zuvor seit 1949. Das 23-Prozent-Ergebnis hat aber nicht nur die SPD- Bundestagsfraktion verkleinert. Es hat die Partei in ihrem Kern getroffen, in ihrer Identität. Als die Katastrophe am Sonntagabend bekannt wurde, bekräftigte Müntefering noch seine Absicht,  abermals für den SPD-Vorsitz kandidieren zu wollen - und Steinmeier meldete seinen Anspruch an, sich am Dienstag zum Fraktionsvorsitzenden wählen zu lassen. Damit bekundeten beide ihren Willen, den von marktwirtschaftlicher Vernunft bestimmten Kurs der SPD im Kern beibehalten zu wollen. Als Steinmeier am Dienstag zum Fraktionsvorsitzenden gewählt wurde, war seine Entscheidung aber politisch bereits fragwürdig geworden, denn Müntefering hatte schon resigniert; Gabriel soll im November sein Nachfolger werden. Die an ihn gerichtete Erwartung ist klar: Er soll die Ära vergessen machen, die mit  den Begriffen Hartz IV und Agenda 2010 verbunden ist. Jetzt gilt das, was bisher geleugnet wurde: Die SPD sucht den Anschluss an &#8220;Die Linke&#8221; – mit allen Konsequenzen. Nur wohin sie führen – das ist noch offen.<br />
Offen aber ist auch die Zukunft von CDU und CSU. Die CDU stellt zwar weiter die Kanzlerin: Als Partei aber hat sie abermals Stimmen verloren und ihr schlechtestes Ergebnis seit 1949 eingefahren. Das ist der Preis für den Verzicht auf ihr früheres politisches Profil, den Merkel ihr auferlegt hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Trend anhält, ist allein schon durch den Zerfall der anderen bisherigen Volkspartei, der SPD, gegeben. Diese Gefahr schwebt auch über der CSU, für die einmal 62 Prozent der Wähler stimmten und die nun bei 42 Prozent gelandet ist. Gewiss, die FDP fängt den Einbruch der Union diesmal ab. Aber die Schieflage, der Volksparteien kann sie nicht korrigieren. Sie aber ist auf längere Sicht das wichtigste Ergebnis dieser Wahl.</p>
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		<title>Die große Mehrheit lehnt einen EU-Bundestaat ab</title>
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		<pubDate>Wed, 06 May 2009 14:30:51 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>

		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Nur 18 Prozent der Deutschen sind  dafür, aus der  EU einen Bundesstaat zu bilden, so wie es durch den Vertrag von Lissabon geschehen soll. Der &#8220;Rest&#8221;, nämlich die überwältigende Mehrheit von 82 der Deutschen lehnt dies  ab. Dies hat die Umfrage ergeben, die die &#8220;Internationale Politik&#8221; – die Zeitschrift der renommierten Gesellschaft für Auswärtige Politik  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nur 18 Prozent der Deutschen sind  dafür, aus der  EU einen Bundesstaat zu bilden, so wie es durch den Vertrag von Lissabon geschehen soll. Der &#8220;Rest&#8221;, nämlich die überwältigende Mehrheit von 82 der Deutschen lehnt dies  ab. Dies hat die Umfrage ergeben, die die &#8220;Internationale Politik&#8221; – die Zeitschrift der renommierten Gesellschaft für Auswärtige Politik  von Forsa  vornehmen lies. Damit ist klar: Dürfte das deutsche Volk über den Vertrag von Lissabon abstimmen, der die EU zu einem Bundesstaat  verwandeln soll,  so wäre dessen Ablehnung  sicher.<span id="more-127"></span><br />
Ob man  dies begrüßt oder bedauert,  braucht uns hier nicht zu beschäftigen. Die Möglichkeit, in einem Volksentscheid über diese schicksalhaft wichtige Frage zu entscheiden, wird den Deutschen vorenthalten. Entsprechende Forderungen beantworten Politiker – allen  voran die Bundeskanzlerin - mit dem einsilbigen Hinweis, das Grundgesetz sehe Volksentscheide nicht vor. Einsilbig ist ihre Antwort deshalb, weil sie über diesen Punkt nicht gerne sprechen. Er ist ihnen  unangenehm, denn er zielt auf einen wunden Punkt : Die Frage, ob das Volk, von dem das Grundgesetz sagt, von ihm gehe alle Gewalt im Staat aus, stillhalten muss, wenn  Regierung und die Parteien genau das Gegenteil dessen tun, was die übergroße Mehrheit will.<br />
Nun könnte man dem Volk ja sagen: Wählt doch die Parteien, die eure Meinung in dieser wichtigen Frage vertreten!&#8221; Schließlich wird das Europäische Parlament am 7. Juni , also in einem Monat neu gewählt! Aber diese Aufforderung würde die Peinlichkeit für die Parteien und ihre Politiker nur noch vergrößern, denn von den sechs Parteien CDU,CSU,SPD,FDP, Grüne  und Die Linke sind alle für den Lissabonner Vertrag und damit für den Ausbau der EU zu einem Staat, in dem seine Mitgliedsstaaten  letztendlich aufgehen sollen – ausgenommen die Partei Die Linke. Die aber ist aufgrund ihres politischen Gesamtprofils für etwa 90 Prozent der Deutschen  unwählbar – ebenso wie die Parteien, die sich außerhalb des Bundestags tummeln.<br />
Somit bleibt festzustellen, dass die große Mehrheit der Parteien, Regierungsparteien wie Oppositionsparteien den Wählerwillen ignorieren und an ihm vorbei die Politik machen, die sie wollen, nicht aber jene, die die überwältigende Mehrheit der Wähler will. Berücksichtigt man, dass für etwa 90 Prozent der Deutschen die Wahl einer radikalen Partei ,weder des rechten noch des linken Flügels, in Betracht kommt, so kommt man um der Erkenntnis nicht herum, dass 82 Prozent der Deutschen am 7. Juni gar keine Wahl haben. NPD und Die Linke kommen für sie wegen ihres politischen Gesamtprofils nicht in Betracht und CDU,CSU,SPOD,FDP und Grüne deshalb nicht, weil sie exakt das Gegenteil dessen wollen, was sie selbst wollen: Die Verhinderung der Weiterentwicklung der EU zu einem Staat. Für Deutsch aus der DDR ist die Situation nicht neu, zwar mehrere Parteien  auf dem Wahlzettel vorzufinden, aber nur eine Politik. Egal, was man wählte, man wählte immer die Politik der SED. So war das damals in der DDR mit den Parteien des &#8220;nationalen Blocks&#8221;. Nun können sie zwar CDU oder CSU oder SPD oder FDP oder meinetwegen auch Grüne wählen – es bleibt sich gleich: Sie wählen eine Partei des &#8220;europäischen Blocks&#8221;.<br />
Wohlgemerkt: Das alles ist völlig legal. Das Grundgesetz wird nicht verletzt.. Die Parteien sind in ihrer politischen Willensbildung frei, jeder Abgeordnete ist frei und nur seinem Gewissen verpflichtet (theoretisch; denn tatsächlich steht er unter dem Fraktionszwang). Ein imperatives Mandat, das den Abgeordneten zwingen könnte, sich am Willen seiner Wähler zu orientieren, gibt es nicht. Aber  etwas anderes gibt es: Die politische Wirklichkeit ist an einem Punkt angelangt, den die Schöpfer des Grundgesetzes kaum vorhergesehen haben dürften: Der politische Willen der Parteien und derjenige der übergroßen Mehrheit der Wähler differieren nicht nur in Details. Sie haben sich vielmehr zu klaren Gegensätzen polarisiert. Unter diesen Umständen ist nicht länger zu verbergen, dass der Bundestag in der Europapolitik  - obwohl demokratisch gewählt -  kein Verfassungsorgan mehr ist, das den Wählerwillen repräsentiert und damit das Volk vertritt, von dem – angeblich – &#8220;alle Macht ausgeht.&#8221;<br />
Das dürfte die Parteien nicht weiter beeindrucken. Sie werden über die –vermutlich- geringe Beteiligung  an der Europawahl am  7. Juni klagen, es aber vermeiden, den Grund dafür offen auszusprechen. Somit bleibt wahrscheinlich alles beim alten – so wie es sich die Parteien wünschen. Aber das trifft nur für die Betrachtung der Oberfläche zu.  Was  bei dieser Missachtung des Mehrheitswillens  erodiert,  ist die Überzeugung, dass in diesem Lande Demokratie herrscht und dass die Regeln der Demokratie für alle gelten, insbesondere für deren Repräsentanten. Den Satz &#8221; Es muss alles demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben&#8221; hat Walter Ulbricht  1945 ausgesprochen. Seine Bedeutung aber hat er nicht verloren.</p>
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		<title>Heimweh nach Merz - oder: Macht euern Dreck alleene</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 08:56:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Was wird aus CDU und CSU, den beiden Parteien, die als Union mehr als alle anderen Parteien des Bundestags über 60 Jahre hin die Bundesrepublik geprägt haben? Niemand weiß es. Dass sich die Frage stellt - zeigt, welche Dimension das politische Erdbeben hat, das intern seit langem grollt und nun mit dem Rücktritt  von Michael [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="nachrichtPageText">Was wird aus CDU und CSU, den beiden Parteien, die als Union mehr als alle anderen Parteien des Bundestags über 60 Jahre hin die Bundesrepublik geprägt haben? Niemand weiß es. Dass sich die Frage stellt - zeigt, welche Dimension das politische Erdbeben hat, das intern seit langem grollt und nun mit dem Rücktritt  von Michael Glos vom Amt des Wirtschaftsministers öffentlich sichtbar geworden ist..  Zu sagen &#8220;ausgebrochen ist&#8221; - das wäre eine falsche Formulierung. Es ist viel schlimmer für die Union . Da explodiert nichts, &#8220;es&#8221; implodiert.<span id="more-113"></span></p>
<p>Gewiss, mit der Ernennung des 37jährigen Nachwuchspolitikers Karl-Theodor zu Guttenberg zum Nachfolger, ist es  Merkel und Seehofer gelungen, das Leck kurzfristig zu schließen. Aber das ist fast schon nebensächlich, denn der Befund lässt sich so nicht  rückgängig machen und  bevor sich Guttenberg in sein Amt einarbeiten kann, wird diese Legislaturperiode vorüber sein. Im Grunde ist sie das schon jetzt. Mit dem politischen Desaster, in das der Rücktritt von Glos die Union gestürzt hat, ist der Wahlkampf eröffnet. Die SPD kann gar nicht anders, als diese Chance zu nutzen. Sie muss versuchen, den bisherigen Koalitionspartner  zu Paaren zu treiben. Noch nie war ihre Chance dazu in dieser Legislaturperiode so groß wie jetzt. Auch könnte der Zeitpunkt für die SPD nicht günstiger liegen.</p>
<p>Betroffen sind von dem Rücktritt beide, CDU und CSU. Mit seiner Entscheidung , nicht abzuwarten, bis seine &#8220;Freunde&#8221; Merkel oder Seehofer handelten, sondern den letzten Schritt aus der Regierung selbst zu tun, hat Glos seine Leidenszeit verkürzt und die Ränke der beiden Vorsitzenden durchkreuzt, die ihm ein Dahinsiechen in der Rolle des Versagers zugedacht hatten. Solche Rollen müssen Vorsitzende rechtzeitig besetzen, wenn sie mit Niederlagen rechnen müssen. Die zu befürchten haben Merkel wie Seehofer aber allen Grund: Erhält die CSU bei der Europawahl am 7. Juni  weniger als 5 Prozent der bundesweit abgegebenen Stimmen, dann hat die Ära Seehofer einen Knick bevor sie recht begonnen hat und  Merkels Zukunft wird dadurch auch nicht rosiger.</p>
<p>Öffentliche Kritik aus den eigenen Reihem bekam Merkel seit dem politischen Rückzug ihres einstigen Rivalen Merz fast nur noch im wahlkampfbedingten Auseinandersetzungen mit der CSU um die KfZ-Pauschale und Steuersenkungen zuhören. Ansonsten blieb es zumeist ruhig; aber das war weniger Ausdruck von Zufriedenheit als von einer immer weiter um sich greifenden Resignation. Sie hat nun zu Glos´Verzicht geführt und stimmt insofer ganz mit dem Innenleben der Fraktion überein. Aufmerken lässt indessen die rasch wachsende Zahl prominenter Politiker, die weder gegenüber Merkel noch gegenüber dem neuen CSU-Chef und Ministerpräsidenten ein Blatt vor den Mund nehmen.</p>
<p>Dass Glos am Montagabend vor der CSU-Landesgruppe, die er mehr als ein Jahrzehnt geführt hatte, mit den Tränen kämpfen musste, als er von Merkels Illoyalität sprach, weil sie ihn an den Regierungsgeschäften nicht teilhaben ließ und ihm zeigte, dass sie ihn für sachlich inkompetent, &#8220;für zu dumm&#8221; gehalten habe, &#8220;um auch nur einen Vermerk lesen zu können&#8221;, ist eine Sache. Die CSU-Abgeordneten werden sich daran erinnern, wenn Merkel sie wieder brauchen wird.</p>
<p>Dass aber der ehemalige bayrische Ministerpräsident Beckstein  und Seehofers Vorgänger als CSU-Vorsitzender, Huber, der neuen Nummer Eins  seine mangelnde Unterstützung für Glos  öffentlich vorwerfen; dass der ehemalige Chef der Münchner  Staatskanzlei, Sinner,  Seehofer attestiert, er sei &#8220;nicht optimal in der Menschenführung&#8221; und er hätte Glos stärker unterstützen müssen, - das ist in der CSU ein ziemlich einmaliger Vorgang.</p>
<p>Das gleiche gilt für die Feststellung des derzeitigen Landesgruppenvorsitzenden Ramsauer, Glos habe von mancher Seite nicht - also sowohl von der Merkels als auch von der Seehofers - nicht die nötige Solidarität erfahren. Die Botschaft dieser Kritik ist klar: Wer keine Solidarität übt, kann auch keine für sich erwarten.</p>
<p>Neu ist nicht zuletzt, dass CDU-Abgeordnete wie der Finanzexperte  Bernhardt die Ernennung Guttenbergs mit der Bemerkung begleiten, sie bestätige, wie schlecht es um die Wirtschaftskompetenz in der Union bestellt sei.  Seine Aussage &#8220;uns fehlen die jungen Politiker mit wirtschaftspolitischer Ausstrahlung wie sie ein Friedrich Merz hat&#8221;, bricht ein Tabu, denn den Namen  Merz anzusprechen ist für Merkel  eine Aufkündigung der Gefolgschaft. Und genau das ist es auch. Intern war sie von manchem schon seit längerem gekündigt. Aber eben nur intern, in einer Fraktion deren Abgeordnete ihre  Enttäuschung über Merkel und ihren Kurs in der Feststellung zusammenfassen: &#8220;Vom politischen Profil der CDU ist unter Merkel nichts geblieben&#8221; und die die Frage nach der Zukunft  der Partei nur mit einem Schulterzucken kommentieren.</p>
<p>Wenn jetzt an die Stelle des öffentlichen Schweigens der Fraktion derartige, fast schon offen defätistische Äußerungen treten, dann verrät dies vor allem eins: Auf den Alleingang  der Führung folgt die innere Kündigung der Missachteten. Da ist es nur noch ein kleiner Schritt bis hin zu dem Satz des abgetretenen  Königs von Sachsen: Macht Euern Dreck alleene.</p>
<p></span></p>
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		<title>Vom Opponieren zum Resignieren</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Feb 2009 09:30:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Früher rumorte es in CDU und CSU, wenn ihre Mandatsträger mit dem unzufrieden waren, was ihre Führung tat oder ließ. Das galt insbesondere für ihre Bundestagsfraktion. Das ist Vergangenheit. Schweigen liegt seit langem über  Partei und Fraktion. Aber das  als Ausdruck von Zufriedenheit zu interpretieren wäre falsch. Früher war die CDU eruptiv, hier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Früher rumorte es in CDU und CSU, wenn ihre Mandatsträger mit dem unzufrieden waren, was ihre Führung tat oder ließ. Das galt insbesondere für ihre Bundestagsfraktion. Das ist Vergangenheit. Schweigen liegt seit langem über  Partei und Fraktion. Aber das  als Ausdruck von Zufriedenheit zu interpretieren wäre falsch. Früher war die CDU eruptiv, hier und dort explodierte sie gelegentlich. Das ist vorbei. Sie explodiert nicht mehr; im Gegenteil, sie implodiert. Resignation macht sich breit  und mit ihr das Bewusstsein, keine Alternative zu dem Kurs zu haben, den die Parteivorsitzende und Bundeskanzlerin  steuert.<span id="more-106"></span></p>
<p> Für die Kanzlerin ist dies gewiss kein Grund zur Klage. Sie spürt wohl, dass sie nicht von der  Begeisterung ihrer Abgeordneten getragen wird, aber damit kann sie leben; besser zumindest als mit öffentlich geäußerter Kritik. Die würde auch nichts nutzen, weder Partei und Fraktion noch der Kanzlerin, denn der Wähler mag keinen Streit. Er belohnt Einvernehmen, ob es echt oder nur Schein ist,  kümmert ihn nicht. Harmonie kommt den Beliebtheitswerten der Kanzlerin zugute und damit der CDU, die in knapp acht Monaten  die Wahlen gewinnen will.</p>
<p> Hört man CDU-Politikern zu, wenn sie untereinander reden, stellt man fest, dass der Preis für diesen äußerlich harmonischen Zustand hoch ist. Die Einschätzung der eigenen Partei und ihrer Führung, also die von Frau Merkel, ist bedrückend. Die Beurteilung, die Partei habe sich noch nie in einem so desolaten, demotivierten, orientierungs- und profillosen Zustand befunden wie derzeit, hört man immer wieder. &#8220;Sozialdemokratisierung&#8221; lautet der Sammelbegriff unter dem die Entwicklung der letzten Jahre zusammengefasst wird.</p>
<p>  Auch wenn die Umfrageergebnisse der SPD noch viel schlechter sind, als die eigenen, so spenden diese CDU-Politikern dennoch wenig Trost. Sie sehen nicht nur die Umfrageprozente. Sie deprimiert der   Zustand ihrer Partei, der Motivationsverlust und der Verlust  dessen, was einmal die CDU inhaltlich von ihren Konkurrenten unterschied. Eine Änderung dieses Zustandes herbei zu führen sehen sie sich außer Stande. So beschränken sich die Abgeordneten auch nach eigenem Eingeständnis darauf, alles zu unterlassen, was ihre abermalige Kandidatur und Wiederwahl in den Bundestag gefährden könnte. Dazu gehört der Verzicht auf Kritik an der eigenen Führung, obwohl man mit ihr unzufrieden ist.</p>
<p> Für die Kanzlerin ist dies bequem. Es erleichtert ihr die Koalition über die immer zahlreicher werdenden Klippen der letzten Monate bis hin zur letzten Sitzung vor der Sommerpause zu manövrieren und so ihre Chance zu wahren, aus der Bundestagswahl  vom 27. September als Siegerin hervor zu gehen. Sollte sie danach zusammen mit der FDP regieren können, dann wird sich zumindest klären, ob ihr derzeitiger Regierungsstil des Moderierens statt Führens nur dem Zwang geschuldet ist, bis zur Bundestagswahl durchregieren zu müssen, oder ob die Einschätzung derjenigen richtig ist, die zu der Einschätzung gekommen sind,  inhaltlicher Gestaltungswillen fehle ihr. Alles was sie wolle, sei regieren</p>
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		<title>Hessen-Bilanz</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jan 2009 15:51:28 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es bedarf nicht der Kommentare der Parteivorsitzenden, um sich seinen Reim auf das Ergebnis dieser Landtagswahl zu machen, denn es spricht für sich. Dass CDU und FDP gemeinsam die nächste Landesregierung stellen, war schon vor der Schließung der Wahllokale so gut wie gewiss, die erste Hochrechnung konnte das nur noch bestätigen. Natürlich geben sich alle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 12pt;"><span style="font-family: Times New Roman;">Es bedarf nicht der Kommentare der Parteivorsitzenden, um sich seinen Reim auf das Ergebnis dieser Landtagswahl zu machen, denn es spricht für sich. Dass CDU und FDP gemeinsam die nächste Landesregierung stellen, war schon vor der Schließung der Wahllokale so gut wie gewiss, die erste Hochrechnung konnte das nur noch bestätigen. Natürlich geben sich alle Parteien zufrieden, oder – insofern die SPD betroffen ist – zumindest zuversichtlich, dass nun alles besser wird. Aber auch für die Sozialdemokraten bringt das Ergebnis<span> </span>einen Gewinn: der Alptraum Ypsilanti ist ausgestanden und mit ihr –hoffentlich- die Entwicklung der hessischen SPD zu einer Partei mit Sektenmentalität. Ihr Nachfolger, Schäfer-Gümbel hat – unabhängig vom Ergebnis, einen guten Eindruck hinterlassen.</span></span><span id="more-92"></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 12pt;"><span style="font-family: Times New Roman;"><span> </span>Für Koch ist sein Erfolg eine Enttäuschung. Er hat zwar zusammen mit der FDP im Landtag eine solide Mehrheit für die nächsten fünf Jahre. Die Stimmen, die hierfür hinzugewonnen werden mussten,<span> </span>bringt aber die FDP. Die CDU muss sich eingestehen, dass sie verglichen mit dem miserablen Ergebnis, das sie vor einem Jahr erzielte, kaum etwas hinzugewonnen hat. Die Wähler haben<span> </span>vielmehr ihr Urteil über Koch<span> </span>einmal mehr<span> </span>bestätigt. Das zieht seinen bundespolitischen Möglichkeiten enge Grenzen. Die Befürchtung, in Koch einen Konkurrenten zu bekommen, ist<span> </span>Frau Merkel für die nächsten beiden Legislaturperioden los. Was ihr Probleme bereiten dürfte ist, dass das CDU-Ergebnis deutlich unter der 40-Prozent-Grenze blieb. Im September bei der Bundestagswahl benötigt sie mehr – es sei denn, die FDP kann auch in den Bundestag mit fünfzehn oder mehr Prozent einziehen. Bis dahin aber gilt es, einen Wahl-Marathon zu bestehen, denn nun müssen die Landtagswahlen in Thüringen, in Brandenburg, in Sachsen und an der Saar bestanden werden. Sie alle sind für unangenehme Überraschungen gut.</span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 12pt;"><span style="font-family: Times New Roman;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 12pt;"><span style="font-family: Times New Roman;">Es bedarf nicht der Kommentare der Parteivorsitzenden, um sich seinen Reim auf das Ergebnis dieser Landtagswahl zu machen, denn es spricht für sich. Dass CDU und FDP gemeinsam die nächste Landesregierung stellen, war schon vor der Schließung der Wahllokale so gut wie gewiss, die erste Hochrechnung konnte das nur noch bestätigen. Natürlich geben sich alle Parteien zufrieden, oder – insofern die SPD betroffen ist – zumindest zuversichtlich, dass nun alles besser wird. Aber auch für die Sozialdemokraten bringt das Ergebnis<span> </span>einen Gewinn: der Alptraum Ypsilanti ist ausgestanden und mit ihr –hoffentlich- die Entwicklung der hessischen SPD zu einer Partei mit Sektenmentalität. Ihr Nachfolger, Schäfer-Gümbel hat – unabhängig vom Ergebnis, einen guten Eindruck hinterlassen.</span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 12pt;"><span style="font-family: Times New Roman;"><span> </span>Für Koch ist sein Erfolg eine Enttäuschung. Er hat zwar zusammen mit der FDP im Landtag eine solide Mehrheit für die nächsten fünf Jahre. Die Stimmen, die hierfür hinzugewonnen werden mussten,<span> </span>bringt aber die FDP. Die CDU muss sich eingestehen, dass sie verglichen mit dem miserablen Ergebnis, das sie vor einem Jahr erzielte, kaum etwas hinzugewonnen hat. Die Wähler haben<span> </span>vielmehr ihr Urteil über Koch<span> </span>einmal mehr<span> </span>bestätigt. Das zieht seinen bundespolitischen Möglichkeiten enge Grenzen. Die Befürchtung, in Koch einen Konkurrenten zu bekommen, ist<span> </span>Frau Merkel für die nächsten beiden Legislaturperioden los. Was ihr Probleme bereiten dürfte ist, dass das CDU-Ergebnis deutlich unter der 40-Prozent-Grenze blieb. Im September bei der Bundestagswahl benötigt sie mehr – es sei denn, die FDP kann auch in den Bundestag mit fünfzehn oder mehr Prozent einziehen. Bis dahin aber gilt es, einen Wahl-Marathon zu bestehen, denn nun müssen die Landtagswahlen in Thüringen, in Brandenburg, in Sachsen und an der Saar bestanden werden. Sie alle sind für unangenehme Überraschungen gut.</span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-size: 12pt;"><span style="font-family: Times New Roman;"> </span></span></p>
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		<title>&#8220;Die Vernunft der Regierenden&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Nov 2008 12:51:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Bis zum Jahreswechsel sind es noch  sechs Wochen; Zeit genug für viele schlechte neue Nachrichten. Dass unsere Erwartungen derzeit nicht von Optimismus geprägt sind, liegt freilich nicht an der deutschen  Neigung zum Pessimismus, sondern an der Wirklichkeit, vor allem an der wirtschaftlichen. Seit die Börse im Sommer vorigen  Jahres in einen beispiellosen Abwärtssog geriet, stehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bis zum Jahreswechsel sind es noch  sechs Wochen; Zeit genug für viele schlechte neue Nachrichten. Dass unsere Erwartungen derzeit nicht von Optimismus geprägt sind, liegt freilich nicht an der deutschen  Neigung zum Pessimismus, sondern an der Wirklichkeit, vor allem an der wirtschaftlichen. Seit die Börse im Sommer vorigen  Jahres in einen beispiellosen Abwärtssog geriet, stehen alle Zeichen auf Baisse. Erst an den Börsen, inzwischen auch in der Wirtschaft. Autoritäten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bankenwelt sind sich einig: Wir  stehen vor einer Rezession, wenn sie nicht gar schon begonnen hat. Das Statistische Bundesamt konnte das, was andere voraussagen, inzwischen als Tatsache bestätigen. Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten und dritten Quartal dieses Jahres  geschrumpft und im vierten  wird sich die Abwärtsentwicklung fortsetzen.<span id="more-88"></span></p>
<p>Inzwischen können auch die Politiker, denen es immer schwer fällt, die Dinge dann beim Namen  zu nennen, wenn sie unerfreulich sind, den Abschwung nicht mehr leugnen. Finanzminister Steinbrück, dessen Haus noch immer steigende Steuereinnahmen registrieren kann, weis, dass dies nicht mehr lange anhalten wird. Auch deshalb spricht er inzwischen von &#8220;harten Zeiten&#8221; die auf Deutschland zukommen. Das heißt auch: Die Arbeitslosigkeit wird  wieder ansteigen.</p>
<p>Aber nichts ist so schlecht, dass es nicht auch eine positive Begleiterscheinung hätte. In unserem  Fall ist dies die Auswirkung der Krise auf das Verhalten der beiden Regierungsparteien CDU/CSU und SPD. Die Krise schweißt sie zusammen – nicht in allen Bereichen, wohl aber dort, wo es um Geld und Beschäftigung geht. CDU und SPD, Merkel und Finanzminister Steinbrück, reichte ein Wochenende, um sich auf ein Rettungsprogramm über 500 Milliarden Euro zur Sicherung der deutschen Banken zu verständigen. Und in dieser Woche beschloss das Bundeskabinett,  Industrie und Mittelstand 15 Milliarden Euro an günstigen Krediten zur Verfügung zu stellen, um dort zu helfen, wo es für den Erhalt von Arbeitsplätzen am wirksamsten erscheint; in der Autoindustrie, bei der Gebäudesanierung und durch die Förderung der Infrastruktur. Sollte das nicht reichen,  wird die Große Koalition nachbessern.</p>
<p>Daraus zu schließen, in beiden Regierungsparteien sei plötzlich der Wille ausgebrochen, dem Wohl der Bürger Vorrang vor den Interessen der eigenen Parteien und ihrem  Selbstprofilierungsbedürfnis einzuräumen, wäre sicher voreilig. Auch jetzt gelten die selben Prioritäten, die immer gelten. Was sich geändert hat, ist die Lage: In zehn Monaten wird der Bundestag neu gewählt. Da können sich Union wie SPD keine  wirtschaftliche Depression leisten, denn die käme nicht ihnen, sondern anderen zugute. Und sollte es am Tag nach der Wahl für beide Seiten nicht zur jeweiligen Wunsch-Koalition reichen, dann bleibt man eben zusammen. Da weiß man wenigstens, was man am jeweils anderen hat</p>
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